Titel: Deutsche Kunst, hier, heute · von Wolfgang Max Faust · S. 24
Titel: Deutsche Kunst, hier, heute , 1982

Deutsche Kunst, hier, heute

von Wolfgang Max Faust

Für/mit G.

New York ist fasziniert von Joseph Beuys. Paris interessiert sich für „Art Allemagne Aujourd’hui“. In London bilden die deutschen Maler ein Zentrum des „New Spirit in Painting“. Groningen präsentiert die junge Kölner Künstlergruppe „Mülheimer Freiheit“. Luzern zeigt die Berliner „Heftigen“.

Die deutsche Kunst der Gegenwart findet internationale Beachtung wie selten zuvor. Dem entspricht auch in der Bundesrepublik ein erstaunlich breites Interesse an der hier entstehenden aktuellen Kunst. Eine wahre Flut provozierender Ausstellungen der jungen und jüngsten Generation zeigt es: „Rundschau Deutschland“, „Bildwechsel“, „Gegen-Bilder“, „Klapperhof“, „Treibhaus“, „Tango Frankfurt“ . . . Wie kommt es, daß jetzt – am Beginn der 80er Jahre – die (west-)deutsche Kunst so auffallend ins Zentrum des Interesses rückt? Was sind die Bedingungen und Umstände dafür? Wie läßt sich der Aufbruch erklären?

Diesen Fragen wollen die Beiträge dieses Kunstforum-Bandes nachgehen, ohne daß auch nur annähernd der Versuch gemacht würde, Vollständigkeit oder endgültige Urteile zu erreichen. Im Gegenteil. Angesichts der in Bewegung geratenen Kunstszene scheint es wichtig, kontroverse Einschätzungen zu präsentieren, die insbesondere die neuen Tendenzen nicht voreilig festlegen, sondern zur Diskussion stellen. Daß dabei die Beurteilungen oft sehr weit auseinanderliegen, daß manchmal kaum gemeinsame Nenner in den Argumenten auszumachen sind, liegt in der Natur der Sache. Die junge Kunst der Gegenwart zielt vor allem auf eine Einbeziehung der Sinnlichkeit, des Gefühls, der Faszination. Sie will den Betrachter irritieren, verunsichern, an sich binden. Zugleich wird deutlich, daß wir es bei ihr mit einer Kunst „in statu nascendi“ zu tun haben. Entwicklungen deuten sich…

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