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Titel: europa 79 · von Rudij Bergmann · S. 217 - 218
Titel: europa 79 , 1979

Rudij Bergmann
Ein Fest ist ein Fest nicht

1
Ausstellungseröffnungen, sie enden meist wie begonnen – Mann + Krau stehen, mit dem Rücken zur Kunst, trinken oder saufen, schielen und parlieren, flirten vorsorglich auf die nächste Nacht, die ja erst in ein paar Wochen sein mag, langweilen sich. . .
Kunst als Anlaß zu einem Treff, bei dem es um alles geht, in der Regel jedoch kaum um jene Kunst, für die man vorgibt hergekommen zu sein.
Daß die Hetzler-Müller-Schurr-Gräßlin-Group anläßlich von „Europa 79“ zum Fest lud, statt sich auf eine Vernissage üblicher Art zu beschränken, entbehrt einer inneren Logik nicht. Kommunikative Bedürfnisse der Gemeinten, deren Eß- und Trinklust, war Ausgangs- sowie Mittelpunkt der „Bilder-Flut“ des Mario Terzic‘ dessen, vom Stuttgarter Feinkost-Geschäftsmann Helmut Nanz finanzierte, kulinarische und sonstige Ausschmückungseinfälle, waren zugleich des Wieners Beitrag zur Kunstschau der „80 Jahre“, die so manches Gemüt in einen Zustand versetzte.
2
Mario Andreas Terzic über Marion Andreas Terzic‘ Bilderflut: auf spaziergängen durch felder und eine frühlingsblühende allee, an strahlendem morgen im blick auf die wolkendunstige bilderweit und besonders im anschluß an eine ihrer groteskesten aufformungen, die vernissage einer ausstellung wie sie „europa 79“ darstellt, verwende ich die bestandteile dieses optischen chaos in einer solchen fülle, gehängt, drapiert, in wechselnden zusammenhängen, daß in Überwindung der einzelnen bilder ein Neues entsteht . . .
3
Adressaten dieses „neuen Bildes“ waren die Gemeinten des Abends, die sich im eher proletarischen Milieu des Freizeitheimes in Stuttgart-Feuerbach, ausgeflippt bis würdenträgerisch (Grüß Gott, Herr Oberbürgermeister Rommel) ein Stell-Dich-Ein gaben. Also:…


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