Gespräche mit Sammlern , 1976

Das Sammlerporträt

12. Folge

Dorothy und Herbert Vogel

Die Vogels, New Yorker Sammler, sind das was man In-People nennt. Sie sind auf jeder Eröffnung, auf Künstlerparties zu sehen, in Studios zu Hause. Ihre Sammlung umfaßt ca. 500 Arbeiten zeitgenössischer Kunst, die sie in ihrer New Yorker Zwei-Zimmer-Küche-Bad-Wohnung aufgebaut haben. Sie umfaßt insbesondere Arbeiten von Sol LeWitt, Richard Tuttle, Lucio Pozzi, Robert Mangold, Robert Barry, Edda Renouf, Richard Nonas, Carl Andre, Richard Francisco, Richard Artschwager und Arbeiten von Zeitgenossen von Acconci bis Warhol. Unter den europäischen Künstlern sind in der Sammlung vertreten: B. und H. Becher, Dieter Rot, Josef Beuys, Jan Dibbets, Hanne Darboven, Daniel Buren, Klaus Rinke und andere.

Dorothy Vogel: Wir haben 1962 angefangen zu sammeln, ich sage 1962 deshalb, weil wir in dem Jahr geheiratet haben. Herbert hatte schon einige Arbeiten bevor ich ihn kennenlernte, aber es war eben noch keine Sammlung, nur ein paar, fünf, sechs Arbeiten, eine Larry Rivers Zeichnung, eine Picasso Grafik und so… als ich ihn kennenlernte war er Maler, er studierte am NYU und wollte Künstler sein, nicht Sammler. Er hatte Kunstgeschichte studiert, unter Panofski und Freedlander – den ‚Giant Art Historians‘. Das gab ihm einen sehr guten und hilfreichen Background. Dann begann er zu malen. Und ich lernte ihn kennen. Ich nahm gerade Unterricht in Zeichnen und dann auch in Malerei. Wir mieteten dann zusammen ein Studio und unser Ziel war zu malen, gute Künstler zu werden, eine gute Galerie zu haben. Und nebenher haben wir gesammelt. Die erste Arbeit war eine John Chamberlain-Skulptur. Das…

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