Ausstellungen: München · von Heinz Schütz · S. 430
Ausstellungen: München , 1995

Heinz Schütz

Market – Group Material

Kunstverein München, 6.5. – 18.6.1995

Kunst – Markt – Politik: Die drei Begriffe umschreiben Sphären, die weitgehend autonom und doch vielfach verflochten sind. So erfolgt die Distribution von Kunst, gleichgültig, wie unabhängig sich Kunst geriert, innerhalb der bestehenden Marktstrukturen. Die Semantik des Kunstwerkes wird nicht zuletzt durch institutionalisierte Interpretation – Museen, Galerien, Medien – erzeugt. Der Markt wiederum folgt zwar durchaus immanenten Gesetzmäßigkeiten, doch produziert er nicht nur Waren und Kapital, sondern auch soziale Verhältnisse, sprich: Politik. Soziale Verhältnisse sind über weite Strecken Machtverhältnisse. Macht basiert auf Physis, vielmehr noch auf Symbolen. Ebenso dient die Ware keineswegs nur der Befriedigung leiblicher Bedürfnisse. Mit der Ware wird auch ein Symbol, das Warenimage verkonsumiert. Es trägt nicht zuletzt dazu bei, den Konsumenten sozial zu verorten. Insofern Kunst Arbeit an Symbolen ist, kann sie politisch bewußt geworden das Feld der Macht kritisch beleuchten.

Das Verhältnis von Kunst und Politik beschäftigt die Group Material seit ihrer Gründung im Jahr 1979 in New York. Historisch betrachtet stellt sie ein durch den Diskurs der achtziger Jahre gegangenes Bindeglied zur politisch engagierten Kunst der sechziger und siebziger Jahre dar. Was ihr Engagement und die von ihr entwickelten künstlerischen Strategien anbelangt, wurde die Gruppe für viele jüngere Künstler, die heute erneut in die Dimension des Politischen vorstoßen, vorbildlich. Group Material bestand ursprünglich aus „fünf Graphikdesignern, zwei Lehrern, einer Bedienung, einem Kartographen, zwei Textildesignern, einem Telefonisten, einem Tänzer, einem Computeranalytiker und einem Elektriker. Sie teilten die Überzeugung, daß Kunst eine Kraft für soziale Kommunikation und des politischen…

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