Ursula Maria Probst und Franz Thalmair
Die un/sichtbare Stadt als Aktionsraum der Widersprüche
Öffentliche Freiräume in der urbanen Landschaft müssen heute mindestens ebenso vielen Ansprüchen genügen, wie sie von unterschiedlichen Menschengruppen genutzt werden. Der anhaltende Zuzug von Bevölkerung in die Metropolen, die Heterogenität des städtischen Publikums und seine teils nur wenig miteinander korrespondierenden Bedürfnisse verlangen der modernen Stadtplanung neue Perspektiven für die res publica 2.0 ab, welche die Planer oft nicht zu entwickeln vermögen. Im Folgenden werden künstlerische Interventionen im Stadtraum behandelt, die in einem Akt der Selbstermächtigung das Blickfeld für die mehrdeutigen Formen des Widerspruchs und das daran gebundene widerständische Potenzial der Stadt öffnen.
Der hier zur Anwendung gelangende Begriff „Widerspruch“ bedeutet „Gegenrede“ und wendet sich heute an all jene, die an der Veränderung von politischen, sozialen und ökonomischen Verhältnissen interessiert sind. Anknüpfungspunkte finden diese Interventionen im urbanen Raum in historischen Vorläufern wie den international vernetzten Aktionen der Dadaisten, in der Situationistischen Internationale um Guy Debord, aber auch in Aktionismen der 1960er-Jahre, in feministischen und Bürgerrechtsbewegungen sowie in der Demonstrationskultur der 1980er-Jahre und dem Medien-Aktivismus der 1990er-Jahre. Künstlerische Praktiken des Widerspruchs sind stets wesentliche Impulse avantgardistischer und sozialer Bewegungen des 20. Jahrhunderts gewesen, deren Handlungsfeld bis heute vornehmlich der Stadtraum ist. Der un/sichtbare rote Faden, der das Heterogene im „Aktionsraum der Widersprüche“ schließlich miteinander verbindet, führt gerade eben am Gegensatzpaar von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit entlang. Es geht um eine Kunstpraxis, die Unsichtbares ans Tageslicht fördert und allzu Sichtbares in seiner Strahlkraft einzudämmen versucht. Diskutiert werden in erster Linie die Methoden…
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