Wandteppiche als Möglichkeit, Geschichten zu erzählen

Ein Interview mit Otobong Nkanga
von Ann-Katrin Günzel

Die in Antwerpen lebende nigerianische Künstlerin Otobong Nkanga (*1974 in Kano) untersucht in ihren textilen Arbeiten die vielschichtigen Aspekte unserer Beziehung zur Umwelt, fragt nach den vorhandenen Ressourcen der Erde und nach unserer Nutzung derselben, nach Spuren sowie nach Zugehörigkeiten und Identität(en). Dabei erforscht sie die Ausbeutung der Natur und ergründet das Leben auf der Erde und im Meer. So hat sie beispielsweise 2021 für das Kunsthaus Bregenz in Zusammenarbeit mit dem TextielLab des TextielMuseums in Tilburg (NL) großformatige Tapisserien entworfen, deren Motive einer beeindruckenden Reise durch die Schichten der Natur glichen – von den Tiefen des belebten Ozeans bis in trockene, spröde Ansammlungen von der Sonne verbrannter, ausgedörrter Landschaften. Nkanga erschafft dabei Erzählungen unserer viel fältigen Verbindungen zur Natur, unserer Abhängigkeiten und unserer gegenwärtigen Lebensweise. Ihre Arbeiten thematisieren historische Spuren ebenso wie aktuelle Hinterlassenschaften, sie erklären uns, dass alles mit allem zusammenhängt, und dass nur ein sorgsamer Umgang mit dem Boden und allen Organismen zu einem weiteren Zusammenleben führen kann. Ihre aus bunten, oft schimmernden Fäden gewebten Tapisserien zeigen diese Zusammenhänge auf eine ebenso beeindruckende wie poetische Weise.

Ann-Katrin Günzel: Seit langem schon beschäftigen Sie sich in Ihrer Arbeit mit ökologischen Themen wie Nachhaltigkeit und unserer Beziehung zur Natur – wie kam es dazu?

Otobong Nkanga: Ich habe da keinen bestimmten Zeitpunkt, aber ich erinnere mich an meine frühen Arbeiten, die sich mit der Beziehung zur Identität beschäftigen, damit, wie die Welt funktioniert und wie wir…


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