Magazin: Messen & Märkte , 1984

18. ART COLOGNE – 1984

Nach dem Sieg der Kölner Messe über die Düsseldorfer heißt es in der Presse-Information der „Art Cologne“ auftrumpfend: „Mit 115 bundesdeutschen und 45 ausländischen Galerien auf einer Fläche von 20.000 qm ist die ART COLOGNE die einzige umfassende Verkaufsmesse für Kunst des 20. Jahrhunderts in Deutschland“. Eine Fachjury aus 60 Galeristen hatte die 23 „noch nicht etablierten Künstler“ für die subventionierten (Bund, Land NRW, Stadt Köln) Sonderkojen ausgewählt, zum fünften Mal bereits. Liest man die dicken Stapel von Presseberichten zu jedem einzelnen der 7 Messetage aufmerksam, dann fällt auf, daß die Arbeiten der 23 Künstler – wenn überhaupt – nur summarisch – erwähnt werden. In etwa nur 4-6 Fällen werden 5-6 Namen genannt, einmal sogar alle. Ansonsten fielen die „unetablierten“ unter den Tisch. Glanzlichter, Höhepunkte oder erkennbare Trends haben sich dieses Mal nicht durchgesetzt, weder „klassische“ noch „neue“. Das Interesse an den „Wilden“ scheint augenblicklich abgeflaut. Entweder sind sie jetzt schon in jungen Jahren ihre eigenen Klassiker, oder: die Händler lassen sie schon wieder fallen. Im Informationspapier der ART COLOGNE heißt das diplomatischer: „Die Nachfrage nach Werken der Wilden hat sich offensichtlich stabilisiert“. Stattdessen versuchte man mit kräftiger Finanzspritze (DM 250.000,-) ein neues Starsystem, made in USA, zu etablieren. Das allerdings war längst nicht so aufregend, wie es die Anbieter als „Knüller für die junge Generation“ glaubhaft machen konnten. In der Presse – und sicherlich auch im Bewußtsein des größten Teils der Messebesucher – ist die knallbonbonfarbige „Crash“ und „Graffiti-Kunst“ aus New York durchgefallen. Es war…

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