Magazin: Biennale Venedig , 1984

betr: 41. Biennale Venedig

In Ihrer letzten Ausgabe schreiben Sie dem Künstler Byars Straßenbemalung in Venedig zu. Ich habe vor kurzem in Berlin für die Künstlerin Colette fotografiert. Sie bittet mich, für sie die Angelegenheit klarzustellen.
Tatsache ist: diese goldfarbenen „streetworks“ sind von Colette. Sie beginnen am Colette-Objekt in der Biennale (auf Ihrem Foto zu sehen) und setzen Ihre Installation durch die Gassen von Venedig fort (nach Eröffnung der Biennale aufgesprayt von der Künstlerin und einem Assistenten, mehrere Hundert Stück in mehreren Tagen).
Mit dieser Arbeit schließt sie an ihre Serie „Mata Hari & the Stolen Potatoes“ (aus ihrem DAAD-Aufenthalt in Berlin) an. Bereits 1969 begann sie mit „street-works“, weit vor der jetzt aktuellen Welle! Sie können sich das gern bestätigen lassen.
Die weiteren Aktivitäten: Ausstellung Bilder in der Galerie Dany Keller München ab Ende Januar 85. Bühnenbild Berliner Oper Juni 85.
Ich übersende Ihnen als Anlage l aktuelles Porträt. Ferner l Foto Byars (schlafend auf dem Markusplatz).
Mit freundlichen Grüßen
Erhard Wehrmann

Gleich im ersten Absatz des Artikels von Michael Hübl wird eine Aktion des Künstlers James Lee Byars in Venedig beschrieben.
Sie behaupten dort, daß der ganz in schwarz gekleidete Künstler eine schwarze Kugel trägt. Leider irren Sie mit dieser Einschätzung, wie Sie auf dem von mir diesem Brief beigelegten Photo unschwer erkennen können; die Kugel war gold, in Anlehnung an die goldene Weltenkugel, die sich auf dem Dach des venezianischen Zollgebäudes befindet.
Weiterhin schreiben Sie in Anmerkung zu der Abbildung auf Seite 188 unrichtig, daß die mit Goldspray…

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