Titel: Biennale Venedig 78 · von Klaus Honnef · S. 236
Titel: Biennale Venedig 78 , 1978

Klaus Honnef

Die Biennale Venedig 78

Von der Natur zur Kunst – Von der Kunst zur Natur

Im bleiern blauen Himmel über der Lagune zog das Flugzeug ein Spruchband hinter sich her. ‚L’image du ciel‘ stand darauf zu lesen. Und wer es nicht schon vorher wußte, dem zeigte das unzweideutig an: Die Künstler sind wieder in Venedig – it’s Biennale time!

Die Biennale ’78 – B78, das Markenzeichen auf Katalog und Plakat, das, wie manches, an Harry Szemmans d 5 erinnerte -war die zweite Biennale nach dem großen Krach. Von ihren Vorgängerinnen vor dem großen Krach – wie alle großen Kunstausstellungen, die documenta etwa oder die Triennale ist auch die Biennale weiblicher Natur -unterscheidet sie sich eigentlich durch – gar nichts. Halt – beinahe hätte ich es vergessen: Die Preise sind abgeschafft worden. Die Künstler brauchen sich nicht mehr als Preisbullen zu fühlen. Das besorgt auf dieser Biennale ein echter Bulle selbst, der nach dem Willen eines Künstlers von Zeit zu Zeit ein Gestell, das Hinterteil einer Kuh simulierend, besteigen soll (oder muß? ). Und die Künstler, die keinen Preis bekommen haben, brauchen sich auch nicht mehr als die (zu Unrecht) Verkannten zu empfinden. Dabei hatten die Preise in den Cafe’s am Markusplatz, an der Spitze dem traditionellen Cafe Flori, stets die Diskussionen so schön angefacht… Und noch eine Neuerung gilt es zu vermerken. Diese hatte sich beim letzten Mal voll bewährt: Die Vorgabe eines thematischen Rahmens. Da hat die documenta Schule gemacht, und immerhin wird dadurch wenigstens versucht, Kunst auf Aspekte des sozialen…

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