AMINE HAASE
Keine Zukunft ohne Vergangenheit
ODER:
KUNST ALS MITTEL DER ERKENNTNIS
DIE DOCUMENTA11 ZEIGT, DASS SICH DIE BEZIEHUNG ZWISCHEN BILD UND WIRKLICHKEIT RADIKALISIERT HAT
Bei der Documenta11 war im Anfang das Wort. Lange bevor die Ausstellung in Kassel eröffnet wurde, ist auf vier „Plattformen“ (siehe dazu Seite 106) über politische, ökonomische, gesellschaftliche, urbanistische Bedingungen diskutiert worden, unter denen – auch – Kunst entsteht. 15 Monate bevor der deutsche Bundespräsident Johannes Rau als einer der ersten die Kasseler Prestige-Schau in Augenschein nahm (und die Kunst dort nicht gerade einfach zu verstehen fand) hatte der künstlerische Leiter der D11, Okwui Enwezor, das Startzeichen gegeben – und die D11 als eröffnet erklärt, in Wien. Nach Wien (Plattform 1), Neu Delhi (Plattform 2), St. Lucia (Plattform 3) und Lagos (Plattform 4) kann man auch auf der zur fünften Plattform, der Ausstellung in Kassel, sagen: Am Anfang ist das Wort. Zu Beginn einer Documenta, deren erklärtes Ziel es ist, Kunst als Möglichkeit der Wissensvermittlung zu zeigen, steht nicht das imaginierte, das abstrahierende, das gemalte Zeichen. Es geht vielmehr um Realität, um Wirklichkeiten – im Plural. Und es ist eine Frage der Logik, dass die D11 mit Zeichen beginnt, die Botschaften, zumindest Informationen vermitteln. Es ist folgerichtig, dass sie mit einer Untersuchung einsetzt, nämlich Zeichen zu prüfen auf ihre Tragfähigkeit – als Übermittler von persönlichem und kollektivem Erinnern, von Geschichte und Geschichten, von Utopien und Entwürfen für eine nahe Zukunft.
Okwui Enwezor ist der erste Nicht-Europäer, der für das seit 1955 bestehende Kunst-Unternehmen Documenta verantwortlich ist. Er und…
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