Robert Zahornicky

Wir betrachten die Landschaft immer noch oberflächlich und erkennen nicht, daß sämtliche, scheinbar zufällige und zusammenhanglose Formen, die auf das Auge einströmen, direkt unter der Oberfläche fest miteinander verbunden sind.

Bill Viola

Ich zeige die Wildnis, die Idee des unbegrenzten wilden Wucherns: Wirr, seltsam, häßlich, unrein, wertlos. Daher sind auch keine schön arrangierten Blumensträuße zu sehen, sondern was sich zum Zeitpunkt der Freilegung am zutreffenden Ort fand, ohne Berücksichtigung der Schönheit oder Kostbarkeit oder Einmaligkeit eines Gewächses. Man kann unter die Oberfläche sehen, das, was sonst mit Füßen getreten wird, offenbart seine Basis. Unter dieser subjektiven Auswahl versteht man auch manchmal Wald- und Wiesenstücke.

Durch die Loslösung eines Rasenstückes aus dem Kontext der Natur geht es nicht um die schöne Repräsentation der Dinge oder das sentimentale In-sich-Versinken beim Anblick der Naturschönheit. Sondern vielmehr darum, daß es der Natur mit dem Menschen erstmals gelungen ist, eine Reflexion über sich selbst anzustellen.

Robert Zahornicky

Literatur: Natur – Vegetation III, Ausst.-Kat. Bilder-Fotonachrichten Nr. 144, Fotogalerie Wien, Wien 1998. Künstlerzitat: Brief des Künstlers vom 19. Oktober 1998 an den Herausgeber.

Adresse: Robert Zahornicky, Fünkhgasse 9/6, A-3021 Pressbaum, Fon/Fax: 0043-2233-54908, E-Mail: zabor@vienna.at
Robert Zahornicky, Wildnis #45

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