Titel: Das Gartenarchiv · von Sabine Ondracek · S. 126
Titel: Das Gartenarchiv , 1999

Marianne Buttstädt

Die Auseinandersetzung mit dem Garten ist für Marianne Buttstädt die Basis und der Impuls für die Entwicklung ihrer Arbeiten. Die Weimarer Künstlerin und Studentin von Professor Barbara Nemitz an der Bauhaus-Universität hat 1996 eines der ersten Werke in den „Künstlergärten“ am Weimarer Ilmpark gepflanzt, die „Tulpengräber“. Den zeitlichen Kreislauf der Arbeit hat sie nach einer Blühperiode unterbrochen und den spezifischen Ort des Gartens verlassen. Die Tulpen blühen heute in der Nähe des Wohnortes der Künstlerin in Weimar.

Das Arbeiten mit Pflanzen als Medium der Bildenden Kunst außerhalb der Museen und Galerien geht im wesentlichen auf die sechziger Jahre zurück. In den Neunzigern wurde dies insbesondere von jungen Künstlern aufgenommen und weiter entwickelt. Auch die Werke von Marianne Buttstädt gehen auf eine Auseinandersetzung mit den Errungenschaften der sechziger Jahre zurück. Der Fokus ihres Interesses hat sich jedoch von einem spezifischen Ort zum Umgang mit dem lebendigen Material verschoben.

Mit Bezug auf eine nicht realisierte Arbeit von Peter Hutchinson für die Künstlergärten Weimar, der „Rosebridge“, entstand 1996 die „Schinkenbrücke“ von Marianne Buttstädt. Hutchinson arbeitete seit den sechziger Jahren mit organischen Material und insbesondere mit Pflanzen. In seinem Heimatort in Provincetown, New York, hat er zahlreiche gepflanzte Werke realisiert. Die „Schinkenbrücke“ war eine Hommage Buttstädts an Hutchinson und gleichzeitig eine ironische Neufassung seines Werkes, die auf die Prinzipien ihrer eigenen Arbeiten verweist. Sie entstand für eine Feier nach einem Vortrag Hutchinsons in der Universität. Die Gäste konnten nach dem theoretischen Teil die Schinkenrosen pflücken und verspeisen. Die „Rosen“ wurden mit anderen Sinnen genommen.

Der Bezug…

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