Troika
Spezialisierung ist für Insekten
Ein Gespräch mit der Künstler*innen-Gruppe
von Sabine B. Vogel
Die in London lebende Künstler*innen-Gruppe Troika untersucht in ihren Installationen, wie der technologische Fortschritt unsere Beziehung zur Welt beeinflusst. Manches ist spielerisch wie der Newton Virus (2005), ein Virus auf einem UBS-Stick. Nach der Übertragung auf einen Apple-Computer fallen die Icons und beginnen zu rollen – sie werden Opfer von Newtons Gravitationskraft, übertragen auf den Bereich der Technologie. Ihr neuestes Projekt Terminal Beach (2020) ist ein fünfminütiger Animationsfilm: Sie übertrugen die Handlung des Baumfällens mit einer Axt auf einen Produktions-Roboterarm, der mit langem, dunklem Haar bedeckt ist. Es erinnert an eine affenähnliche Kreatur, die „das fällte, was wir als den letzten Baum auf der Erde betrachten“, erklären sie. „Die Handlungen eines fast komischen und dennoch aggressiven Roboters tragen zum Gefühl der Trostlosigkeit bei, das die Landschaft in einer dystopischen Welt hervorruft.“
Sabine B. Vogel: Was interessiert euch an Technologien?
Troika: Eine Konfrontation mit den Auswirkungen des technologischen und wissenschaftlichen Fortschritts auf so ziemlich alles ist in unserer Zeit kaum zu vermeiden. Das reicht von alltäglichen Ereignissen und Interaktionen mit Menschen bis hin zu großen Paradigmenwechseln über unsere Wahrnehmung der Welt und deren Auswirkungen auf unseren Planeten. Schon früh interessierte uns die Frage, wie wir die Welt um uns herum konstruieren. Wir wollten verschiedene künstlerische Medien erforschen, insbesondere solche, die durch Zeit und Raum (Film, Ton, Licht, Bewegung) mobilisiert werden, um eine andere Version der Realität zu schaffen, phänomenologische Modelle, Modelle der Vernunft, rechnerische und mathematische Modelle, Erklärungsmodelle, idealisierte…
IN DIESEM ARTIKEL
Kernperson
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![Gilberto Esparza, Plantas Autofotosintéticas [Autophotosynthetic Plants], 2013 – 2014, symbiotisches Ökosystem, Installation im Rahmen der Ausstellung OU /ERT – Phytophylie, Chlorophobie & Savoirs Situés [OU /ERT – Phytophilia, Chlorophobia, Situated Knowledges], Bourges, 2019, © Gilberto Esparza, Fotos: Axel Heise — Diese biotechnische Live-Installation erzeugt aus städtischem Abwasser Energie, die in Licht umgewandelt wird, um Wasserpflanzen im Zentrum zur Photosynthese zu befähigen, unabhängig von natürlichen Lichtquellen. Das System besteht aus einer Reihe mikrobieller Brennstoffzellen, die Hochhäusern ähneln, aber Bakterienkolonien beherbergen, deren Stoffwechsel Strom erzeugt und gleichzeitig die Wasserqualität verbessert. Diese Module bilden ein hydraulisches Netzwerk, das gefiltertes Wasser in das zentrale kugelförmige Aquarium einspeist, in dem verschiedenste Arten (Protozoen, Krebstiere, Mikroalgen und Wasserpflanzen) ein homöostatisches Gleichgewicht halten.](https://d3speutakpkuqn.cloudfront.net/app/uploads/2021/09/09131145/6768505_image_0_151.jpg)

