Wie Muscheln am Strand
Salut d’honneur Jan Hoet
Die Ausstellung „La Mer, de Zee, das Meer“ in Ostende, 23.10.2014 – 19.4.2015
von Amine Haase
Das Meer ist ein unberechenbares Monster, wie das Leben. Alles Leben kommt aus dem Wasser. Und es scheint nur eine Frage der Zeit oder des Zufalls, dass alles dorthin zurückkehrt. Ein Tsunami, eine mörderische Riesen-Welle in Indonesien, ein Seebeben vor der Küste Japans, der Wasserspiegel der Meere steigt beständig. Und das Mittelmeer ist ein Massengrab. Nachtgedanken. Die Sonne geht über einem ruhigen Meer auf und bringt jede einzelne Welle zum Glitzern, ein sanft bewegter Teppich aus abertausend Lichtpunkten. Verzauberung. Wie das Kommen und Gehen der Gezeiten wechselt der Blick aufs Meer zwischen Horror und Faszination.
Der Ozean der Schriftsteller
Die Schriftsteller wissen davon ein Lied zu singen: So Jules Michelet, der 1861 mit „La Mer“, dem Meer, das zwei Drittel der Erdoberfläche einnimmt, ein Denkmal setzte. Der größte Unterschied zwischen den zwei Elementen besteht für ihn darin, dass die Erde stumm ist, das Meer aber sprich. „Der Ozean ist eine Stimme. Er spricht zu den weit entfernten Sternen. Er spricht zur Erde, zu den Gestaden, er unterhält sich mit ihrem Echo; abwechselnd klagend und drohend, er grollt oder seufzt. Er wendet sich vor allem an den Menschen. Da er der fruchtbare Schmelztiegel ist, in dem die Schöpfung begann und machtvoll fortdauert, besitzt er lebhafte Sprachgewalt: es ist das Leben, das zum Leben spricht.“
Michelet wollte „zum eigentlichen Verständnis des Meeres vordringen“ und fand an der Küste der Bretagne „jene edle, hohe…
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