9. Berlin Biennale: Kuratorenteam DIS gibt Hauptausstellungsorte bekannt

27. Februar 2016 · Biennalen
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Die Auswahl der Ausstellungsräume der 9. Berlin Biennale 2016 ist ein starkes Statement: Durchgangs- und Veranstaltungsräume in der Akademie der Künste am Pariser Platz; die private Hochschule European School of Management and Technology (ESMT) unter den Linden, die im Haus des ehemaligen Staatsrat der DDR untergebracht ist. Laut ihrer Internetseite machte ESMT mit ihrem inhaltlichen Schwerpunkt auf „leadership und gesellschaftliche Verantwortung, europäische Wettbewerbsfähigkeit und Technologiemanagement“ 2014 einen Umsatz von 16,3 Mio. Euro. Ein weiterer Ort wird die private Feuerle Collection in einer ehemaligen Bunkeranlage am Halleschen Ufer 70-72 sein und auch das „hübsche Salon-Schiff“ Blue-Star, wie die Berliner Reederei Riedel das Fahrgastschiff mit 70 Innenplätzen nennt und es als „ideal für Ihre Berlin Rundfahrt“ anpreist. Zugelassen ist es nur für maximal 120 Personen – wie die Biennale das in den Eröffnungstagen regeln wird? Und als stete Konstante der Biennale werden auch heuer natürlich wieder die KUnstwerke (KW Institute for Contemporary Art)  in der Auguststraße bespielt.

Erstmals suchen die Kuratoren also keine leerstehenden Juwelen, die dann anschließend gentrifiziert werden. Im Gegenteil, das New Yorker Kuratorenteam DIS mit den Mitgliedern Lauren Boyle, Solomon Chase, Marco Roso und David Toro wählt die konsequente Affirmation: Orte, die für Karriere, Privatisierung, Freizeitvergnügen stehen. Orte, in denen Kultur und Kommerz in fast höfischer Freude am Repräsentieren zusammenkommen. Damit möchten sie „die Paradoxien greifbar machen, die die Welt im Jahr 2016 zunehmend prägen: das Virtuelle als das Wirkliche, Nationen als Marken, Menschen als Daten, Kultur als Kapital, Wellness als Politik“ – in Orten, die einen Hauch von der „Paradessenz (Paradox + Essenz) unserer Zeit verströmen.“ Der „erste aktive Schauplatz“ ist schon jetzt eröffnet: die website http://bb9.berlinbiennale.de/de/

 

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