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Ausstellungen: Frankfurt a.M. · S. 167 - 168
Ausstellungen: Frankfurt a.M. , 1983

Aldo Solari: „Aufwärmen“
Bilder auf Papier

Galerie AK, Frankfurt, 11.8. – 15.9.1983

Aldo Solari – 1947 in Solothurn geboren, wo er zunächst eine Maler-Lehre und dann eine als Reklame-Maler absolvierte – hat in seine 12 Gemälde hintergründig Kulturkritik eingearbeitet. Er ist kein Wilder, denn seine Bilder sind strukturiert. Aber, auch er weiß um deren hitzige Palette – und setzt sie gezielt ein. Von Wärme und Kälte in Kulturen, vom Überhandnehmen des einen über das andere, handeln die Bilder. Da gibt es ein großes Bild mit riesigen, kreiselnden Teekannen, die vor Hitze tanzen, in der hell-gelben Palette von Vincent van Gogh. Man spürt etwas von der Energie, die den Tee zum Brodeln bringt. Man kommt dem Konzept auf die Spur. Solari inszeniert mit dem Pinsel sein Verhältnis zu Kulturen, in denen auf dem Boden sitzend Tee und Kaffee getrunken wird. Er zeigt uns deren Dinge mit Wissen um eine Kultur, der Technologie fremd ist (und auch besser bliebe) – in der alle Ereignisse nicht über Medien verbreitet werden, sondern noch von Mund zu Mund. Solari hat mehr als zwei Jahre lang in Westafrika und Indien solche Kulturen bereist. Er will sich nicht in die touristische Ecke der Europäer drängen lassen, die das aus Nostalgie tun, es geht ihm um mehr. Ohne Wehmut findet er Bilder einer Kultur, die dem Boden und der Erde näher ist, als jede über ihnen aufgetürmte westliche Wissenschaft. So beinhalten diese Bilder auch immer eine hinter ihnen stehende Kulturkritik an der Lebenswelt, aus der der Künstler kommt. Der ‚Kanonenofen’…

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