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Ausstellungen: Karlsruhe · S. 170 - 171
Ausstellungen: Karlsruhe , 1983

Villa Massimo-Stipendiaten

Badischer Kunstverein, Karlsruhe

Fast zwei Monate lang beherrschte ein einziges Thema den Badischen Kunstverein: Die Stipendiaten der Villa Massimo, die Otto Jägersberg (auch einer von ihnen) kurz „Stipis“ nennt und die im offiziellen Sprachgebrauch „Studiengäste“ heißen. Ein aufwendiges Unternehmen, das 25 bildende Künstler in zwei Etappen präsentieren sollte – begleitet von einem Programm aus Dichterlesungen und Konzerten, in welchem man die Literaten und Komponisten zu Wort und Ton kommen ließ, denn seit 1978 steht die Villa für alle Sparten künstlerischer Betätigung offen. Auch Architekten sind zugelassen, die in Karlsruhe allerdings nur schwach vertreten waren, was teils an deren Desinteresse, teils an einer Führungskrise lag, die den Kunstverein gerade beutelte. Anlaß der Veranstaltung, die immerhin die dritte war, die binnen kurzer Frist im deutschen Südwesten zum Thema Massimo gezeigt wurde (voraus gingen: Baden-Baden, 78/79 und Heilbronn, 81), gab das Bedürfnis, der Öffentlichkeit zu zeigen, was in den ersten vier Jahren nach der Totalrenovierung der Künstleridylle hinter der Porta Pia an künstlerischen Produkten herausgekommen ist. Außerdem verstand sich die Ausstellung als eine Art Wiedereingliederungshilfe für die Stipendiaten, die – nach Meinung der Organisatoren – dem deutschen Kunstbetrieb entfremdet sind, wenn sie ein Jahr in Rom waren. Deshalb soll es künftig auch alle zwei Jahre eine solche Massimo-Musterschau geben.

Den Anfang machte nun also der Karlsruher Ausstellungs-Doppelblock. Zweimal gab es eine große Vernissage mit Grußadresse vom Bundesinnenminister, und jedes Mal gab es programmatische Reden, in denen es an Rechtfertigung nicht mangelte. Mit gutem Grund: Immerhin ist das attraktive Stipendium nicht unumstritten. Schon Hans-Albert Peters…

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