Titel: Künstlerehen · von Michael Schwarz · S. 78
Titel: Künstlerehen , 1978

Becher / Becher

Hilla Becher (geboren 1934 in Potsdam), Bernhard Becher (geboren 1931 in Siegen), Bernhard Becher studierte Graphik und Schrift an den Hochschulen für Bildende Künste in Stuttgart und Düsseldorf, sein großes Vorbild in diesen Jahren war Giorgio de Chirico. Interessiert sich noch auf der Akademie für die Darstellung von Fabriken, Bahnhöfen, Arbeiterhäusern. „Als er einmal einen Monat lang möglichst exakt ein Gebäude zu zeichnen versuchte und dieses während der Arbeit abgerissen wurde, fotografierte er es. Das Foto gefiel ihm besser als die eigene Zeichnung. Er fragte sich erstens, warum er zeichnen solle, wenn die Darstellung mit Hilfe der Fotografie besser zu realisieren sei, und zweitens erkannte er die Möglichkeit, Zweckbauten, die für begrenzte Zeit, unter Berücksichtigung sich wandelnder Umwelt- und Produktionsbedingungen, errichtet wurden, dokumentarisch festzuhalten.“ (Karl Ruhrberg im Ausstellungskatalog der Kunsthalle Düsseldorf 1969.) Das war 1956. Als erstes entstehen Fotoreihen von Fachwerkhäusern, die ab 1959 zu systematischen Serien ausgebaut werden. Seit dieser Zeit arbeitet er mit Hilla Wobeser, seiner späteren Frau, zusammen, die nach einer Fotolehre und einigen Jahren Werbefotografie die Düsseldorfer Kunstakademie besucht hatte.

Der Einführung in das Thema der Austeilung „Künstlerehen“ und der näheren Behandlung der sieben ausgewählten Paare läßt sich entnehmen, daß künstlerische Produktion in Ehen unter ganz unterschiedlichen Bedingungen und in sehr verschiedenen Graden von Autonomie und Abhängigkeit erfolgen kann. Für nahezu alle diese Produktionsformen existieren – wie wir gesehen haben – historische Vorbilder, wenigstens in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Nur für die Herstellung eines Werkes durch zwei Künstler gibt es diese Vorbilder nicht. Die…

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