Titel: Künstlerehen · von Irmeline Lebeer · S. 124
Titel: Künstlerehen , 1978

Leisgen / Leisgen

Barbara Leisgen (geboren 1940 in Gegenbach), Michael Leisgen (geboren 1944 in Spital am Pyhrn), treffen sich 1968 auf der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe, wo Barbara Leisgen mit Unterbrechungen von 1961 bis 1969 und Michael Leisgen von 1965 bis 1969 studieren. Entwickeln im Sommersemester 1970 zusammen mit Dieter Koll und Siegfried J. Schmidt als Gruppenarbeit das thematische Objekt „Wellenbogen“. Im Mai 1970 entstehen in der Camarque erste mimetische Landschaftsfotos, im gleichen Jahr beginnen sie, auf ihren Spaziergängen alle 10 Meter ein Stück des Bodens zu fotografiern (Jahresarbeit). In der Ausstellung „Gruppenarbeiten“ 1971 in Baden-Baden treten sie schon mit einer gemeinsam signierten Arbeit auf. Ziehen 1972 nach Raeren in Belgien, nahe der deutschen Grenze. Ein Jahr später Geburt von Lilli Leisgen, Beginn der zweiten Jahresarbeit: Die ersten 365 Tage aus dem Leben der L. L. Neben den seit 1970 entwickelten gemeinsamen Arbeiten mit Fotografie entstehen seit 1971 auch Videofilme. Beteiligung an zahlreichen Ausstellungen.

In der 1974 vom Städtischen Museum Leverkusen veranstalteten Ausstellung „Die verlorene Identität: Zur Gegenwart des Romantischen“ fehlten Barbara und Michael Leisgen. Sie hatten zur gleichen Zeit ihre Ausstellung „Mimesis“ in der Neuen Galerie der Stadt Aachen. Beide Unternehmen verwiesen auf ein damals neues Phänomen in der bildenden Kunst: auf die Suche einiger Künstler nach der individuellen oder kollektiven Identität des Romantischen als einer wiederentdeckten ästhetischen Kategorie. Rolf Wedewer konstatierte in seinem Katalogbeitrag über die Wechselbeziehungen zwischen der Romantik des 19. Jahrhunderts und Künstlern wie Jean le Gac, Hans-Peter Feldmann oder Peter Hutchinson: „Diese Selbstbespiegelung des…

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