Ein Kunstmuseum nach meinen Vorstellungen
Friedemann Malsch war 21 Jahre Direktor des Kunstmuseums Liechtenstein
Ein Gespräch von Michael Stoeber
Friedemann Malsch, 1955 in Bielefeld geboren, kam nach Studium, Promotion und ersten Ausstellungsstationen 1996 nach Liechtenstein, wo er zuerst als Konservator der Liechtensteinischen Staatlichen Kunstsammlung arbeitete und dann Gründungsdirektor des Kunstmuseums Liechtenstein wurde. Ab 2000 bis zu seiner Pensionierung in diesem Jahr stand er dem Museum als Direktor vor. Eine außergewöhnlich lange Zeit. Mit Michael Stoeber hat er darüber gesprochen, was das Besondere an diesem Museum ist und welche Gründe es waren, die die Leitung dieses Hauses so attraktiv für ihn gemacht haben, sodass es ihm unmöglich war, trotz verlockender Offerten an ein anderes Haus zu wechseln.
Michael Stoeber: Sie haben Kunstgeschichte, Geschichte, Romanistik, Soziologie und Städtebau in Freiburg, Paris und Bonn studiert und in Kunstgeschichte promoviert. Was war an der Kunstgeschichte für Sie spannender als an Ihren anderen Fächern?
Friedemann Malsch: In der akademischen Welt gilt die Kunstgeschichte als Hilfswissenschaft. Für mich waren es aber die anderen Fächer, denn in der Kunstgeschichte hatte ich immer auch mit deren Themenbereichen zu tun. Wenn man sich mit Kunst beschäftigt, ist man fast automatisch mit allen möglichen gesellschaftlichen Aspekten konfrontiert. Das gilt nicht nur für die alte Kunst, sondern ebenso für das zeitgenössische Geschehen.
Danach haben Sie zehn Jahre lang frei gearbeitet als Kunstkritiker (u. a. auch für KUNSTFORUM International), Ausstellungsmacher und Lehrbeauftragter an Universitäten, bevor Sie fest ans Museum gingen. Wie haben Sie diese Zeit in Erinnerung?
Es waren Lehr- und Wanderjahre, aber…
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