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Kunstforum-Gespräche · von Uta M. Reindl · S. 314 - 317
Kunstforum-Gespräche ,

Studio Bonn – Eine Hommage an das Modell des linearen Rundfunks

Kolja Reichert, Diskurskurator an der Bundeskunsthalle in Bonn
im Gespräch mit Uta M. Reindl

Seit Januar 2021 hat die Bundeskunsthalle in Bonn einen Diskurskurator. Die Stelle ist eine der ungewöhnlichen Ideen der neuen Intendantin Eva Kraus, die seit 2020 das Haus an der Bonner Museumsmeile leitet. Kolja Reichert (*1982), der unter anderem von 2014 bis 2016 für Spike Art Monthly und von 2016 bis 2020 als Kunstredakteur erst der FAZ, dann der FAS arbeitete, kuratiert nun das Diskursprogramm für die einzigartige Kunsthalle unserer Republik in der ehemaligen Bundeshauptstadt. Auf letztere verweist unter anderem der zunächst von Reichert moderierte Titel der Gesprächsreihe „Studio Bonn“, deren Auftakt im ehemaligen Kanzlerbungalow stattfand. Mit der Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters und Eva Kraus fand diese Premiere von „Studio Bonn“ in dem besonderen Ambiente der von dem Architekten Sep Ruf in den Sechzigerjahren geschaffenen Räumlichkeiten statt.

Uta M. Reindl: Weshalb braucht die Bundeskunsthalle einen Diskurskurator?

Kolja Reichert: Die Idee eines Debattenraums war ja schon Teil verschiedener Vorschläge für ein nationales Kulturzentrum seit 1949. Als das Haus dann quasi als Spätgeburt 1992 eröffnete, organisierte Bernd Busch ein vielfältiges Programm im Forum mit politischen Debatten und Kongressreihen wie „Die Zukunft der Sinne“ (1993–1997). Diesen Geist einer internationalen Diskursplattform wollte Eva Kraus jetzt mit der neuen Stelle wiederbeleben.

Ausstellungskuratoren tragen gemeinhin Sorge für die präsentierte Kunst sowie für die teilnehmenden Künstler. Wie stellst du dir deine kuratorische Aufgabe im diskursiven Kontext vor?

Studio Bonn“ bringt Leute…


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