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Monografie · S. 134 - 145
Monografie , 1974

KLAUS HONNEF
Gianfranco Zappettini

Seit einiger Zeit lebt das Interesse an der Malerei wieder auf. Der Schock, den die Conceptual Art mit ihrer Feststellung, das Ende der Malerei sei gekommen,1 ausgelöst hat, ist überwunden. Mehr noch: die Malerei verzeichnet sogar einen vehementen Aufschwung. Und sowohl in Europa wie auch in den Vereinigten Staaten spricht man bereits von einer ‘Neuen Malerei’. Doch was im Namen einer ‘Neuen Malerei’ weitgehend angeboten wird, sind häufig nichts anderes als untaugliche Versuche, an längst überholte künstlerische Positionen anzuknüpfen und sie unter Benutzung subtilerer Techniken sowie durch modischen und ‘geschmackvollem’ Aufputz mit frischen Impulsen aufzuladen. Solche untauglichen Versuche weichen aber nur den theoretischen Standort auf, der nicht zuletzt durch die Überlegungen und Untersuchungen der Conceptual Art in der Kunst erreicht worden ist. Für die Kunst sind sie ohne Bedeutung.

Andererseits sind seit den letzten beiden Jahren künstlerische Anstrengungen zu beobachten, die sich – beeinflußt von den Einsichten der Conceptual Art – um eine theoretische und praktische Analyse der Malerei, ihrer Voraussetzungen und Grundlagen sowie ihrer speziellen Eigenschaften und Probleme bekümmern. Während die Conceptual Art die Kunst auf eine Art theoretischen Programms verkürzte und den besonderen Charakter der Malerei2 negierte, suchen diese Bestrebungen das, was die Conceptual Art für die Kunst schlechthin zu leisten geglaubt hat, für die Malerei zu nutzen. Ihr Ziel ist, das Medium Malerei, das Mitte der fünfziger Jahre zu einem gewissen Endpunkt gelangt ist, erneut operabel zu machen.

Eine Gruppe von Künstlern in Europa und den Vereinigten Staaten, teils in engem, teils ohne Kontakt zueinander, unterzieht…


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