Monografie · von Willi Bongard · S. 69
Monografie , 1973

1. Folge:

Graf Giuseppe Panza di Biumo

Eigentlich liegt meine Bekanntschaft mit Graf Giuseppe Panza, dem Mailänder Sammler aktueller Kunst en gros, schon zehn Jahre zurück.

Es war im April 1963, als ich zwischen zwei Terminen über die New Yorker Madison Avenue schlenderte, an der mich damals noch viel eher die großen Werbeagenturen als die kleiner Galerien interessierten. Durch ein Schaufenster auf der Höhe der 72. Straße wurde ich auf Bilder des amerikanischen ‚Straßenmalers‘ Allan D’Arcangelo aufmerksam, der damals seine erste Einzelausstellung hatte. In der Fischbach-Galerie, die ihr Quartier inzwischen auf der 57. Straße hat. Es waren die Markensymbole von ‚Gulf‘, die mich stutzig machten und meine Neugier weckten. Marilyn Fischbach erwies sich als ein ebenso liebenswürdiger wie hilfreicher Interpret dieser neuen Malerei, die sie mit ‚Pop-Art‘ bezeichnete. ‚If you want to see more of this, go to the Castelli-Gallery on 4 East 77th Street‘, war ihr Rat zum Abschied.

Bei Castelli, der damals gerade Arbeiten von Scarpitta zeigte, traf ich auf eine auskunftsfreudige Sekretärin. Was es mit dieser Pop-Art auf sich habe, wollte ich wissen, und ob ich mehr davon sehen könne. Was folgte, war so etwas wie ein Privat-Kolleg über Jasper Johns und Robert Rauschenberg, über Roy Lichtenstein und James Rosenquist. Lauter Namen, von denen ich noch nie etwas gehört hatte. Und während die junge Dame mir ihren hübschen kleinen Vortrag hielt, holte sie Photo um Photo hervor. Weil sie mir keine Bilder zeigen konnte. Denn die Nachfrage danach sei leider, vielmehr Gott sei Dank ungeheuerlich. Für den Fall, daß ich eines…

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