Ausstellungen: Karlsruhe · von Michael Hübl · S. 153
Ausstellungen: Karlsruhe , 1982

Hansik Gebert

Badischer Kunstverein/Karlsruhe

Gleich mit drei Ausstellungen endet in Karlsruhe die „Ära Schwarz“, wie man hier bereits nicht ohne Pathos die letzten acht Jahre bezeichnet hat, in denen Michael Schwarz Geschäftsführer des Badischen Kunstvereins war: Im Obergeschoß hat Schwarz, einem Desiderat der Karlsruher „Kunstszene“ folgend, eine Retrospektive des 1978 verstorbenen Akademielehrers Kitzel zusammengestellt; im Gewölberaum werden in einer Übernahme FE Walthers Zeichnungen zum „1. Werksatz“ gezeigt (s.a. KF 50, S. 160ff., F.E.W. „40 Sockel im KR-München S.6.-24.7.82. Anm. d. Red.), und dazwischen, im Lichthof und in den angrenzenden Kabinetten, hat Hansik Gebert drei Installationen aufgebaut.

Gebert geht nach dem Prinzip der semiotischen Verknüpfung auf mehreren Ebenen vor, das er am konsequentesten im Lichthof durchgeführt hat: Dort steht ein fünfteiliges Bild in Korrespondenz zu fünf Kleinplastiken und fünf Büchern, die auf einem Holzgerüst arrangiert sind. An der Stirnwand des Raumes stehen auf der einen Seite die Worte: „Der Tunnel“, „Der Würfel“, „Die Treppe“, „Das Blau“, „Die Figur“, denen fünf Pendants gegenübergestellt sind: „Ein Traum“, „Ein Ding“, „Ein Modell“, „Eine Farbe“, „Eine Plastik“. Da sich zumindest „Das Blau“ und „Eine Farbe“ eindeutig aufeinander beziehen lassen, werden auch zwischen den anderen Begriffen lineare Verknüpfungen hergestellt, wird also automatisch „Tunnel“ mit „Traum“ kombiniert. Die immer wiederkehrende Zahl „fünf“ wird als Aufforderung verstanden, analoge Verbindungen auch zu den übrigen Elementen der Installation herzustellen: Jedes Teil des Pantaptychons muß sich auf ein bestimmtes Objekt, auf eines der Bücher und ein entsprechendes Wortpaar beziehen lassen.

Auf dieser Mischung aus Sprachspiel und Bilderrätsel basieren auch die beiden anderen Arbeiten Geberts, an…

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