Ausstellungen: Bremen · von Heinz Thiel · S. 150
Ausstellungen: Bremen , 1982

Einleben in Zwischenbereiche

Ausstellungen der Bremer ‚Gruppe Grün‘

Seit nunmehr elf Jahren hält sich die Künstlerzweckgemeinschaft ‚Gruppe Grün‘ in Bremen über Wasser. Anlaß für den Zusammenschluß waren mangelnde Ausstellungsmöglichkeiten und dadurch geringfügiges Interesse für die heimischen Künstler. Auch heute noch versteht sich die ‚Gruppe Grün‘ ausschließlich als Ausstellungsorganisation. Das derzeitige Domizil ist eine Etage in einem Bremer Reihenhaus: vier unterschiedlich geschnittene Räume, teils mit Tageslicht (und großer Schaufensterscheibe), teils nur künstlich zu beleuchten. Ausstellungen werden mit bescheidensten Mitteln organisiert und unter aktivem Einsatz der Gruppenmitglieder (die zusätzlich monatlich etwa DM 100,– in eine gemeinsame Kasse zahlen). In diesem Jahr hat man, als Ersatz für eine ausgefallene Jubiläumsveranstaltung im letzten Jahr, ein internationales Sommerprogramm mit 2l Künstlern unter dem Titel ‚Zwischenbereiche‘ zusammengestellt. Rauminstallationen, Malerei, Musik, Grafik, Bildhauerei und visuelle Poesie wechseln sich im Vierzehntage-Rhythmus ab.

Die bis in den Juli dauernde Ausstellungsreihe eröffnete der Kanadier Karl J. Ciesluk, der seit 1974 an verschiedenen Bildhauer-Symposien in Europa und Amerika teilgenommen hat. Mit sparsamen Mitteln hat er jeden Raum mit einer Installation versehen, die verschiedene Möglichkeiten der Verknüpfung von Zwei- und Dreidimensionalität aufzeigen. In einem kleinen, lichtlosen quadratischen Raum hat er eine Wand mit getoasteten Weißbrotscheiben bestückt. In gleichbleibendem, seriellem Abstand bedecken die unregelmäßig quadratischen Toastscheiben die weiße Wand mit malerischen Flecken, die sich beim Betrachten zu einem monochrom flächigen Bild verdichten. Aus einzelnen Scheiben ist (vor dem technischen Coloriervorgang) Krume in Form eines Loches herausgepult und liegt – zu Kugeln geformt – am Boden vor der Toast-Wand. Malerische, reliefartige und skulpturale Elemente verbinden sich in…

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