Titel: Talk show der documenta 6 · von Georg Jappe · S. 187
Titel: Talk show der documenta 6 , 1977

Birgit Hein

Links und gegenstandslos sind im Experimentalfilm vereinbar

Was erwartet die Besucher an Programm, und wo wird sich das abspielen?

Im Obergeschoß des Fridericianums gibt es eine Abteilung Video und Film, zwei Drittel werden vom Video eingenommen, es gibt einen Filmraum, darin werden laufend Filme gezeigt, ein Fünfstundenprogramm wird zweimal täglich gespielt. Dieses Programm setzt sich aus den Filmmachern zusammen, die im Katalog vertreten sind. Die alle darüber hinaus ein Mal zu einem Wochenende auf die documenta eingeladen werden, wo sie dann jeweils ein Programm zeigen, das man nur machen kann, wenn der Künstler anwesend ist, weil es sich um expanded cinema handelt, das heißt, es wird mit Mehrfachprojektionen und Aktionen gearbeitet.

[spricht wie aus der Pistole geschossen. Vielleicht beschäftigen sich einmal Feministinnen mit dem Phänomen, warum so viele Frauen so schnell sprechen. Vielleicht finden sie dabei sogar eine andere Kategorie als Unterdrückung. Z.B., daß die Dinge nicht parat liegen, ständig neu geschaffen werden müssen; (entfernt?) damit könnte in Zusammenhang stehen, daß die beiden Frauen unter den documenta-Machern für eine Zurücknahme des Anspruchs plädieren: Evelyn Weiss für mehr ‚Demut‘ (ein leider schon sehr altmodisch wirkendes Wort!) der Aussteller gegenüber dem, was sie ausstellen, Birgit Mein für eine bescheidenere Selbsteinschätzung der Kunst gegenüber ihrer gesellschaftlichen Ausstrahlung.]

Wie sieht denn so eine Aktion mit Film aus?

Zum Beispiel wird in der Eröffnungswoche Ken Jacobs aus Amerika mit seiner Frau und vielen anderen Künstlern, die ihm bei der Aktion helfen, ein Schattentheater vorführen. Ein dreidimensionales Schattentheater, die Zuschauer werden Polaroid-Brillen tragen, um dieses Raumerlebnis wahrnehmen zu können, es…

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