Titel: Zwischenbilanz II - Neue Deutsche Malerei · S. 112
Titel: Zwischenbilanz II - Neue Deutsche Malerei , 1983

Werner Büttner

Als Maler ist er Autodidakt. Wie im übrigen viele unter den Malern seiner Generation und Haltung. (Meine Bemerkung, er sei Polke-Schüler, kommentierte Albert Oehlen beispielsweise: „Ja, und wie jeder Polke-Schüler Autodidakt!) Werner Büttner hat Jura studiert. Durch die Freundschaft mit Albert Oehlen kam er aufs Malen. Im mitunter bleihaltigen, suff- und drogengeschwängerten Reizklima Berlins haben Büttner und Oehlen die Plattform ihres künftigen Handelns gezimmert. Ins Jahr 1976 fällt die gemeinsame Gründung der „Liga zur Bekämpfung des widersprüchlichen Verhaltens“, ein Akt programmatischen und exemplarischen Charakters. Das Handeln bezog sich zunächst vornehmlich auf die politisch-gesellschaftliche Sphäre. Der Kunstbereich spielte eine sekundäre Rolle. Wiewohl sich dies geändert zu haben scheint und womöglich auch im Zusammenhang steht mit der Übersiedlung der beiden Freunde nach Hamburg im Jahre 1977, lassen sich politisch-gesellschaftliche und ästhetische Praxis in ihrem Werk nicht voneinander trennen. Dabei verstehen sich weder Werner Büttner noch Albert Oehlen im vordergründigen Sinne als politische Künstler. Über die Macht der Kunst, die Dinge aktiv zu beeinflussen mit dem Ziel einer Umgestaltung der bestehenden Verhältnisse in Richtung auf eine freundlichere und menschlichere Welt, hegen sie keinerlei Illusionen. Was Wolfgang Max Faust und Gerd de Vries vor einiger Zeit zum künstlerischen Werk von Büttner feststellten, gilt nach wie vor. „Ohne Glauben wird ein ‚Dennoch‘ gemalt, das sich mit den gesellschaftlichen und kulturellen Verhältnissen, so wie sie sind, nicht abfinden will, das aber auch keinen gangbaren Weg aus ihnen heraus weist“ (Hunger nach Bildern, Köln 1982, p. 96). Die offen eingestandene Ratlosigkeit führt weder zu einem Verhalten,…

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