Gerhard Johann Lischka Und Paolo Bianchi
22 Statements zum Selbst
1. Sigmund Freud: Selbstgefühl
Das Selbstgefühl erscheint uns zunächst als Ausdruck der Ichgröße, deren Zusammengesetztheit nicht weiter in Betracht kommt. Alles, was man besitzt oder erreicht hat, jeder durch die Erfahrung bestätigte Rest des primitiven Allmachtgefühls hilft das Selbstgefühl steigern.
Wenn wir unsere Unterscheidung von Sexual- und Ichtrieben einführen, müssen wir dem Selbstgefühl eine besonders innige Abhängigkeit von der narzisstischen Libido zuerkennen. Wir lehnen uns dabei an die zwei Grundtatsachen an, dass bei den Paraphrenien das Selbstgefühl gesteigert, bei den Übertragungsneurosen herabgesetzt ist und dass im Liebesleben das Nichtgeliebtwerden das Selbstgefühl erniedrigt, das Geliebtwerden dasselbe erhöht. Wir haben angegeben, dass Geliebtwerden das Ziel und die Befriedigung bei narzisstischer Objektauswahl darstellt.*
Es ist ferner leicht zu beobachten, dass die Libidobesetzung der Objekte das Selbstgefühl nicht erhöht. Die Abhängigkeit vom geliebten Objekt wirkt herabsetzend; wer verliebt ist, ist demütig. Wer liebt, hat sozusagen ein Stück seines Narzissmus eingebüßt und kann es erst durch das Geliebtwerden ersetzt erhalten. In all diesen Beziehungen scheint das Selbstgefühl in Relation mit dem narzisstischen Anteil am Liebesleben zu bleiben.
2. George M. Mead: Ich und ICH
So erklärt sich die Tatsache, dass das „Ich“ in der Erfahrung nicht ebenso wie das „ich“ auftritt. Das „ich“ steht für eine bestimmte Organisation der Gemeinschaft, die in unseren Haltungen präsent ist und verlangt nach einer Reaktion, aber die Reaktion selbst läuft einfach ab. Im Hinblick auf sie ist nichts sicher. Es besteht zwar eine moralische, nicht aber einer mechanische Notwendigkeit, eine bestimmte Handlung zu setzen. Erst…
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