Frankfurt
Emeka Ogboh
This Too Shall Pass
Klanginstallation im öffentlichen Raum 09.07.–03.10.2021
von Isa Bickmann
„Auch das geht vorüber“, pflegt man zu sagen. Schicksalsergebenheit wie auch Hoffnung und Trost vermittelt diese in vielen Ländern bekannte Redewendung. Der Seufzer ist geradezu mitzuhören. Mit „THIS TOO SHALL PASS“ hat Emeka Ogboh ein Werk für den öffentlichen Raum geschaffen, das auf Zeit, Ort und Raum reagiert und in verschiedene Modi des Hörens und Fühlens eintauchen lässt. 2019 von der EKHN Stiftung beauftragt und von Juliane von Herz kuratiert, im Corona-Jahr entwickelt, bündelt es über kontinentale Grenzen hinweg den psychischen Zustand der Zeit. Der 1977 in Enugu / Nigeria geborene und in Berlin und Lagos lebende Künstler ist mit Sound- und Eat-Art-Werken bekannt geworden, die er z. B. für die 56. Biennale von Venedig und die Documenta 14 in Athen und Kassel einrichtete.
Ogbohs Perspektive ist die eines von außen auf die Stadt Schauenden, der sich über die Stille in Frankfurt wundert. Diese Stadt kann nicht mithalten mit dem Soundpegel des nigerianischen Lagos, das ebenfalls am Wasser liegt, aber mit 14 Millionen Einwohnern ungleich größer ist. Auch wenn die Frankfurter keineswegs so empfinden, in der Fried-Lübbecke-Anlage nimmt man kaum den Stadtlärm wahr, obwohl der Platz direkt hinter dem Römer liegt. An diesem ungewöhnlich ruhigen Ort beginnt der Soundwalk. Man setzt sich auf eine Bank und hört plötzlich Chorgesang aus wechselnden Quellen, was ein Gefühl für den Raum entstehen lässt. Es handelt sich um eine Art Hymne, „gewidmet der Stadt und dem schwierigen Jahr“. An der zweiten Station, dem…
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