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Titel: New York Aktuell · S. 48 - 51
Titel: New York Aktuell , 1983

Judy Rifka

Wenn sie sich bewegt, erkennt man auf Anhieb die Tänzerin. Sie war, so heißt es, eine der Königinnen in der New Yorker New-Wave-Szene. Eine kleine, blendend aussehende, ungeheuer temperamentvolle, vor Energie schier berstende Person, explosiv und keine Sekunde ruhig, der zuzuschauen einen Büromenschen schon ermüdet. Doch ausgebildet wurde Judy Rifka als Malerin. Zunächst hatte sie abstrakte Bilder angefertigt. Als die vehemente Renaissance figurativer Tendenzen in der jüngsten Kunstentwicklung einsetzte, erweiterte sie ihr künstlerisches Programm und öffnete es den Einflüssen der sieht- und erfahrbaren Wirklichkeit. Ohne freilich ihre künstlerische Herkunft zu verleugnen. Judy Rifka, eine quirlige, umtriebige Frau, die einen sofort in jeder Beziehung gefangen nimmt, die mitunter wie ein personifiziertes New York wirkt und etwas von der Aura, Hektik, Aufgeregtheit, aber auch dem Witz, der Nonchalance, der quicken Gescheitheit dieser Stadt vermittelt, begreift sich als eine ausgesprochene Repräsentantin der Nach-Minimal-Aera. Barbara Moynehan zitiert sie in der Sommerausgabe von “Flash Art” von 1982: ,,Es ist gut für mich, die Spur meines künstlerischen Beginns in der Postminimal-Zeit aufgenommen zu haben. Die Idee, die alle Künstler dieser Aufbruchsphase einte, war, die Grenzen der Kunst auf jedes mögliche Medium auszudehnen.”

Judy Rifkas Bilder, in der Regel eine Mischung aus Relief und Gemälde, erzählen in Form eines computerähnlichen Programms Geschichten aus ihrem Leben. Und sie erzählen es in einer durch und durch personalen Ikonographie. Immer wieder tauchen Tänzerinnen in ihren Bildobjekten auf, Drummer, die auf ihr Instrument einzudreschen scheinen, Blitzlichter aus der Disco, neuerdings, seit sie zur Documenta 7 eingeladen war, die Säulenverblendungen antiker Tempel…

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