Titel: New York Aktuell , 1983

Richard Bosman

Seine Bilder stecken voller Aggressionen, voller Gewalttätigkeit und versteckter Bedrohungen, gleichgültig, ob der Künstler mythologische Themen anschneidet oder Szenen aus dem Landleben oder den urbanen Milieus entwirft: Immer wieder erblicken wir kämpfende Menschen, im bürgerlichen Durchschnittshabit, die sich mit Pistolen oder Messern attackieren, oder Menschen, die von gefährlichen Tieren angegriffen werden, zumindest Gefahr laufen, den Angriff herauszufordern. Manchmal gehen sie auch wie vernagelt, wie Traumtänzer auf tödlich gefährliche Biester zu, wollen sie gar anfassen.

Gleichwohl ist Richard Bosman kein realistischer Maler. Seine Geschichten spielen in einer kulissenhaften Welt. Ihre Protagonisten verhalten sich wie Theaterschauspieler ein einem schlechten Stück, das mitunter in die Burleske abkippt. Nach Marge Goldwater, die eine Ausstellung von Bosmans Werken in Forth Worth organisiert hat, findet der Künstler seine Inspirationen in zahlreichen Quellen: So etwa in den Romanen von Joseph Conrad, in Kriminalromanen, in Filmen und Kung-Fu-Comics, eine besonders triviale und abgeschmackte Variante der populären Bilderzählungen. Aus diesen unterschiedlichen literarischen und visuellen Anregungen hat der Maler eine eigentümlich verkürzte, plakativ-expressive, formelhafte Bildsprache entwickelt, die beständig zwischen Anteilnahme und Distanz, Engagement und Parodie, Primitivität und Manieriertheit schwankt. Sowohl die handelnden, besser: die während ihrer Handlungen eingefrorenen Personen als auch die Perspektive, in deren Zugriff die bildnerische Handlung sich vollzieht, sind auf seinen Bildern in einer überspitzten, übertriebenen Art und Weise wiedergegeben. Eine verrückte Welt. Die Handelnden sind keine Handelnden im eigentlichen Sinne des Wortes, sondern Figuren, die einem zwanghaften Druck folgen; die Räume, in denen sie sich bewegen oder bewegt haben, keine Räume, sondern jäh aufragende Wände, von…

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