Magazin: Museen & Institutionen · von Christian Huther
Magazin: Museen & Institutionen , 1993

Christian Huther

Auf dem Gelände des Frankfurter Städels zwischen Alt- und Neubau stößt man seit kurzem auf einen Kräutergarten, bestehend aus acht Rabatten mit 57 Pflanzen, die sich auch auf Bildern der alten Meister aus dem 14. bis 16. Jahrhundert finden. Das Projekt, in etwa mit Rockefellers „Cloisters“ in New York zu vergleichen, wurde initiiert von Esther Gallwitz, von Hause aus Biologin und Ehefrau des noch amtierenden Städeldirektors. Das beginnt, nach Pflanzen sortiert, mit der Akelei und geht über die Kornblume bis zur Ziest (Betonie). Aus der historischen Perspektive läßt sich das Vademekum im Städel verfolgen an der von einem mitteldeutschen Meister gemalten „Krönung Mariens“ (um 1350) oder an der „Heiligen Nacht“ (1516) von Bartholomäus Bruyn d.Ä. Das berühmte „Paradiesgärtlein“ von 1410 etwa verzeichnet 22 Pflanzen. Die Gewächse bezeichnen oft die Tugenden und Martyrien der Heiligen oder symbolisieren Leben, Tod und Erlösung. Leider ist nicht alles das ganze Jahr über zu bewundern, da einige Kräuter nur einjährig sind oder Blumen sich rasch wieder verbergen. Leichter hat man es mit dem von Esther Gallwitz herausgegebenen Insel-Buch „Kleiner Kräutergarten“ (24 DM).

Christian Huther

Kräutergarten in Frankfurts Städel

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