Ausstellungen: Mönchengladbach , 1993

Uta M. Reindl

Die formale Härte der Abstraktion steht im Kontrast zur Farbe selbst sowie dem Umgang mit ihr, was den Betrachter verunsichert. Fordern die Gemälde eine Suche nach ihren Ordnungsprinzipien oder schlicht ein Sich-Versenken? Ambivalenzen und Brüche kennzeichnen den sehr eigenen Weg, den die Malerin Frances Scholz (* 1962) innerhalb der zeitgenössischen Abstraktion beschreitet. Erst 1990 durch ihre Ausstellung im Abteiberg Mönchengladbach einer breiteren Kunstöffentlichkeit vorgestellt, zeigt nun die Kölner Künstlerin nach ihrer ersten ausländischen Einzelausstellung gleich an zwei Orten im Rheinland ihre neuesten Arbeiten.

Auf den ersten Blick lassen die geometrischen Gefüge an die Farbfeldmalerei – im Sinne etwa der elementaren Malerei eines Brice Marden – denken. Das ist zutreffend, aber auch nicht. Es stimmt für die formale Entscheidung, wenn Scholz ebenfalls vertikal und horizontal malt und so unsere Aufmerksamkeit auf die Dialektik von Farbe und Substanz lenkt. Weder geht es der Malerin um die Perfektion der Geometrie, noch strebt sie die radikale Lösung an, Farbe so fließen zu lassen, wie es ihre Eigenschaft vorgibt.

In dem Gefüge aus gesetzten, monochromen Bahnen – meist flächendeckend über dem Bildgrund – errichtet die Malerin oft mit einer der vertikalen Linien eine Achse, allerdings nicht mitttenzentriert wie etwa bei frühen Arbeiten. Auch bleibt das Bild nicht immer im Bild: Manche Farbbahnen enden weit vor dem Keilrahmen, andere wiederum scheinen eine Fortsetzung im Umraum zu verlangen.

Die Illusion von Räumen oder gar Architekturen ist eine Nebenerscheinung dieser Bildkonstruktionen. Manche Farbfelder heben sich perspektivisch förmlich aus der Malerei heraus, andere üben eine Sogwirkung aus. Hierbei wehrt sich…

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von Uta M. Reindl

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