Colmar
Yan Pei-Ming
Au nom du père
Musée Unterlinden 02.04.– 11.10.2021
von Hans-Dieter Fronz
Seine erste Einzelausstellung hatte er mit 31 Jahren im Pariser Centre Pompidou, 1991 war das; 2009 stellte Yan Pei-Ming gar im Louvre aus. In Deutschland noch wenig bekannt, ist der Künstler mit chinesischen Wurzeln in Frankreich ein Star. Die Preise für seine häufig großformatigen bis monumentalen Gemälde liegen im siebenstelligen Bereich. In Deutschland präsentierte die Kunsthalle Mannheim 2004 Werke von ihm. Einer der wenigen, die hierzulande eine Lanze für den chinesischen Künstler brachen, war der fabelhafte Fabian Stech, Frankreich-Korrespondent des KUNSTFORUM bis zu seinem tragischen Tod 2015 beim Anschlag auf das Pariser Bataclan.
1960 in Shanghai geboren, ging Yan Pei-Ming Ende der Siebzigerjahre nach Paris, nachdem er von der Kunstakademie seiner Geburtsstadt abgelehnt worden war. Seit bald vierzig Jahren lebt er nun in Dijon. Dort studierte er Malerei. In Frankreich bekannt wurde Ming mit Mao-Bildern. Schon als Jugendlicher in Shanghai hatte er als Propagandamaler Mao-Porträts gemalt, gleichsam im Akkord, im Auftrag von Schulen und Fabriken. Seine meist monumentalen Mao-Bildnisse sind keine Huldigungen an den Parteiführer. Als öffentliche Person erscheint der Große Vorsitzende bei Ming zur Ikone erstarrt. Den Menschen Mao Tse-tung aber zeichnen die Gemälde als einen Proteus, nicht fassbar in unendlichen Verwandlungen und, auch das, Deformationen. Wer bin ich und wenn ja wie viele. Das Grau jedenfalls (dessen Palette bei Ming bis nahe an Schwarz reicht), die Farbe so vieler Mao-Bildnisse ist mitnichten die Farbe der Idolatrie. Demgegenüber ist die Monochromie beinahe eine Art Markenzeichen Mings, nicht nur in…
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