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Editorial · S. 1 - 25
Editorial , 1983

Zu diesem Heft

Der vorliegende Band mit dem Themenschwerpunkt „Zwischen Kunst und Design“ hat eine etwas längere Vorgeschichte. Sie reicht genau drei Jahre zurück, nämlich bis zur spektakulären Ausstellung Forum Design, die im Sommer/Herbst 1980 in Linz an der Donau stattfand. Damals war im Kunstforum ein größerer Bericht über diese Veranstaltung geplant, ein Projekt, das dann aber doch Fragment blieb.

Forum Design war eine Ausstellung, an der sich die Geister schieden. Von den einen als das Design-Ereignis seit dem Bauhaus gefeiert, von den anderen als infame Verhöhnung der Ideale der „guten Form“ verdammt, ist sie heute immer noch der Anknüpfungs- und Bezugspunkt einer mit Vehemenz geführten Diskussion um die Zukunft des Design. Und aus der zeitlichen Distanz von nunmehr drei Jahren hat es allen Anschein, als habe die Ohrfeige, die den Apologeten eines orthodoxen Funktionalismus mit dieser Ausstellung verpaßt wurde, gerade auf die jüngere Generation wie eine Befreiung gewirkt. Denn mit schrillen Farben, gezackten Formen und banalem Dekor hat seither zum Schrecken aller hauptberuflichen Hüter des „good design“ und der „Form ohne Ornament“ ein neues, radikal anderes Design Karriere gemacht. Nun wird im Gleichschritt mit den Neuen Wilden der Malerei und den architektonischen Extravaganzen der Postmoderne eine neue Hierarchie der Werte postuliert: „Adieu, geschmackvolles Projekt: nur durch Umkehrung erhält man Qualität. Adieu, kohärentes Projekt: die Norm ist, inkohärent zu sein… Adieu, dem Projekt im allgemeinen: über das Projekt siegt das Leben“ – so und ähnlich lauten die Parolen von Alessandro Mendini, einem der Propheten einer neuen Design-Philosophie und -Praxis, über die Kunstforum

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