Acht Brücken

1. Juni 2015 · Aktionen & Projekte
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Köln ist immer noch ein Zentrum zeitgenössischer Musik, dies bewies das Festival „Acht Brücken. Musik für Köln“ aufs eindrucksvollste. In seinem fünften Jahr stand es unter dem Motto „Musik. Politik?“. Dabei stellte sich heraus, dass dies weniger als Thema zu verstehen ist, als dass es eine bestimmte Haltung zum Ausdruck bringt, vielleicht in dem Sinne, wie es gerade ein Symposion des Goethe-Instituts in Berlin ankündigt: „Politik der Kunst – Über Möglichkeiten, das Ästhetische politisch zu denken“. Kompositionen des durch und durch politischen Geistes Luigi Nono leiteten das Festival ein und Werke des Niederländers Louis Andriessen beendeten es. Andriessens geistreiche, humorvolle Schöpfungen bildeten diesmal den Schwerpunkt des Festivals, stets kombiniert mit Werken jüngerer Komponisten, darunter zahlreichen Auftragswerken. Dass sich die Genres in den künstlerischen Experimenten mehr und mehr vermischen, belegen allein schon die außergewöhnlichen Austragungsorte. Dabei erwiesen sich Videoprojektionen als Zutaten zu den Kompositionen nicht immer als bereichernd. Als konstruktiver entpuppten sich u.a. Zeichnungen, welche junge Künstler im Rahmen von „urbo kune“ parallel zu den Musikveranstaltungen zu dem Thema „Hymnen für ein nicht existierendes Land“ im Foyer der Kölner Philharmonie auf großen Tafeln entwickelten. Als Beispiel einer neuartigen Begegnung der Künste lässt sich das Staged Concert „Songs of Wars I have seen“ von Heiner Goebbels anführen. Hier musizierten die Künstler auf alten und neuen Instrumenten und sprachen selbst Auszüge des titelgebenden Textes von Gertrude Stein. Goebbels ausgefeilte Lichtregie zwischen den personengebundenen ‚heimeligen‘ Lampen und der zentralen Beleuchtung verband das Terrain individueller Erfahrungen mit dem Welthaltigen. Den engagierten Interpreten hätte man über die begeisterten Fachkundigen hinaus ein dem interdisziplinären Programm entsprechendes Publikum gewünscht. www.koelner-philharmonie.de

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