Titel: Zur Lage der Kunstkritik · von Hans Rudolf Reust · S. 0
Titel: Zur Lage der Kunstkritik , 2013

Hans Rudolf Reust

Exzellenzen

Zur Lage der Förderung von Kunstkritik in der Schweiz

Im Rahmen der Vortragsreihe „Kritik nach der Kritik“ an der Zürcher Hochschule der Künste fragten die Veranstalter, „wie sehen die Kategorien aus, nach denen sich die Wirkung und Qualität von Kunstkritik bemessen lässt“. Überlegungen dazu haben dabei nicht nur die Praktiker selbst anzustellen, sondern auch die Vertreter staatlicher Kunst- und Kritikförderung. Im Folgenden kommen, um über geeignete Maximen der staatlichen Förderung von Kunstkritik in der Schweiz zu sprechen, eingangs einige Grundlagen zur Sprache. Von hier aus stellt sich dann die Frage nach höchster Exzellenz im Feld des Sammelns, des Vermittelns und natürlich der Kritik selbst.

Atomisierung der Öffentlichkeit

Die Begegnung von Kunst und Kritik setzt öffentliche Plattformen voraus. Noch vor jeder konkreten Auswahl von Kunst und den spezifischen Formen ihrer Beschreibung oder Beurteilung stellt sich der Kritik die Frage nach einer geeigneten Öffentlichkeit, gemäss deren Regeln sich überhaupt eine Auseinandersetzung abspielen kann. In der Schweiz ist in den vergangenen Jahren ein drastischer Einbruch der Kunstkritik in der Tagespresse festzustellen. Viele feste Redaktionsstellen sind gestrichen oder nur spärlich wieder besetzt worden, so dass sich eine ernst zu nehmende Kunstkritik inzwischen auf die „Neue Zürcher Zeitung“, die „NZZ am Sonntag“ und auf „Le Temps“ sowie einzelne Kolumnen in anderen Tageszeitungen beschränkt.

Dieser Einbruch ist kaum kompensiert worden durch die parallele Verlagerung von Kritik in andere Formen der Öffentlichkeit. Seltsam genug, dass gegenwärtig vor allem noch Radio DRS 2, ein bilderloses Medium, für den kritisch fundierten Umgang mit Kunst einsteht. Fachmedien, vorweg das Schweizerische „Kunst-Bulletin“, erreichen…

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