Venedig-Biennale: Südafrikanische Künstlerin Gabrielle Goliath zieht vors Oberste Gericht
Nach der Absage ihrer Präsentation im Länderpavillon Südafrikas bei der kommenden Venedig-Biennale will die südafrikanische Künstlerin Gabrielle Goliath nun gemeinsam mit der Kuratorin Ingrid Masondo vor Gericht ziehen und rechtliche Schritte gegen den südafrikanischen Minister für Sport, Kunst und Kultur, Gayton McKenzie einleiten. Ziel ist es, seine Entscheidung, ein anderes Projekt für die Venedig-Biennale auszuwählen, rückgängig zu machen.
Ein Anwaltsteam reichte einen Antrag beim Obersten Gerichtshof des Landes in Pretoria für die Künstlerin und ihr Team ein und forderte, die Einmischung McKenzies für verfassungswidrig zu erklären. Der Rückzug des geplanten Projektes erfolgte, da sich die Künstlerin Gabrielle Goliath seit einem Jahrzehnt gezielt mit Femiziden und Morden an LGBTQI+-Personen in Südafrika in ihren Arbeiten beschäftigt. In Venedig wollte sie eine erweiterte Version ihres Projektes „Elegy“ zeigen, in dem sie sowohl den Völkermord an den Ovaherero und Nama in Namibia zu Beginn des 20. Jahrhunderts als auch den Tod der palästinensischen Dichterin Hiba Abu Nada im Oktober 2023 bei einem israelischen Luftangriff thematisiert.
Dies empfand Gayton McKenzie als zu spaltend, da der Bezug auf einen anhaltenden internationalen Konflikt seiner Ansicht nach zu einer starken Polarisierung führen werde, weswegen er das bereits ausgewählte Projekt von Gabrielle Goliath wieder absagte. Nun versuchen die ausgeladene Künstlerin und ihre Kuratorin, die Präsentation in Veendig auf rechtlichem Wege zu erwirken.
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