Thomas Wulffen
27. Biennale von Sao Paulo
Ende des „Kunst-Nationalismus“
Mit ihrer 27. Ausgabe macht die Biennale von Sao Paulo – nach Venedig die zweitälteste Kunstbiennale der Welt – endgültig Schluss mit der Tradition des „Kunst-Nationalismus“. 1951 durch den Industriellen Francisco Matarazzo Sobrinho nach dem Vorbild der Biennale di Venezia ins Leben gerufen, findet die Ausstellung seit 1957 in dem von Oscar Niemeyer und Hélio Uchôa entworfenen Pavilhao Ciccillo Matarazzo im Parque do Ibirapuera auf einer Ausstellungsfläche von rund 30.000 qm statt. Das von Venedig übernommene Modell der Repräsentation der Nationen stieß bereits Mitte der 1990er Jahre an seine Grenzen: bis zu 75 Länder nahmen damals teil. Um die Dimensionen der Ausstellung unter Kontrolle zu halten, verordnete man der 23. Edition von 1996 eine radikale Verschlankung: jedes teilnehmende Land wurde innerhalb der traditionellen Schau „Nationale Selbstdarstellung“ nur noch durch einen Künstler repräsentiert. In der Folgeausgabe wurde die Zahl der Länderrepräsentationen auf 55 begrenzt.
Rund zehn Jahre nach diesen Reformen hat man das Konzept dieser internationalen Kunstausstellung erneut einer Revision unterzogen. In der 27. Ausgabe gibt die Biennale von São Paulo erstmalig in ihrer Geschichte das System der Nationalen Repräsentanten und damit auch der Nationalen Kuratoren komplett auf – ein insbesondere vor dem Hintergrund der großen Migrationsbewegungen des 20. Jahrhunderts und der fortschreitenden Globalisierung des Kunstbetriebes nur folgerichtiger Schritt. Die Auswahl der 119 Teilnehmer aus aller Welt oblag allein der künstlerischen Leiterin Lisette Lagnado und ihrem Kuratorenteam, bestehend aus Adriano Pedrosa, Cristina Freire, José Roca und Rosa Martínez sowie Jochen Volz als Gastkurator. In…
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