Barbara Til
Das bewegte Kleid
Mode als Spektakel ist keineswegs eine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Lange bevor Modenschauen zu Publikumserfolgen wurden, war die Mode bereits ein Bühnenschauspiel. Die Kostüme des Barock – obwohl von eindeutiger Zeichensetzung, die den Typus, den sozialen Rang und den Stand charakterisierte – ließen genügend Raum für Imagination und Phantasie. Sowohl auf der Bühne wie im Saal gehörte die Mode zur Machtinszenierung und wurde von allen Beteiligten im selbstverständlichsten Sinn als solche verstanden und akzeptiert. Theater und Alltagsleben verschmolzen miteinander, denn das Leben am Hof wurde wie eine Theateraufführung inszeniert, mit den höfischen Festen als optimaler Hyperbel. Die Theatralisierung der Welt wurde als Gesamtereignis zelebriert und das Leben selbst als Schauspiel stilisiert. Schon in Pedro Calderón de la Barcas allegorischem Drama „Das große Welttheater“ (1655) kam diese Idee zum Tragen.
„(Denn) der Ur-Sinn des Theaters (…) besteht darin, dass das Theater ein soziales Spiel war, – ein Spiel Aller für Alle. Ein Spiel, in dem Alle Teilnehmer sind, – Teilnehmer und Zuschauer“, wie der Theaterwissenschaftler Max Herrmann 1920 treffend bemerkte.1
Damit geriet auch die Mode zunehmend zum wesentlichen Element einer Dynamik, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts sich nicht nur auf der Bühne niederschlug, sondern auf der Straße, im Film und in der Kunst ihre theatralische Fortsetzung und Entfaltung fand.
Farbe – Bewegung
(…) L’immobilité est morte et voici le regne du mouvement,
Le mouvement naît aux talons pour se répandre dans les étoiles,
Le mouvement circulaire et coloré qui est au centre de tout,
qui est Tour,
Et voici qu’une robe est une danse.2
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