Ausstellungen: Essen · von Susanne Boecker · S. 369
Ausstellungen: Essen , 2000

Susanne Boecker

Der Fotograf Otto Steinert

Museum Folkwang, Essen, 31.10.1999 – 2.1.2000

Er schlug den Bogen vom „Neuen Sehen“ zur „Subjektiven Fotografie“ und prägte die deutsche Nachkriegsfotografie wie kein Zweiter: Otto Steinert (1915-1978). Im Essener Museum Folkwang durfte man ihn bereits vor Jahren als Foto-Sammler und Foto-Lehrer kennen lernen – jetzt stellte das Haus Steinert erstmals auch in großem Umfang als Foto-Schaffenden vor. Das Essener Museum, in Besitz der privaten fotohistorischen Sammlung des Fotografen, seiner Bibliothek, seines gesamten fotografischen Werkes sowie schriftlicher Dokumente, erarbeitete eine Retrospektive, die mit knapp 200 Fotografien die Entwicklung des fotografischen Autodidakten und ausgebildeten Mediziners von 1929 bis Anfang der 70er Jahre dokumentiert.

Seine berufliche Laufbahn als Fotograf, Lehrer und Ausstellungsmacher beginnt Steinert erst 1947, als er – mangels nachweislicher fotografischer Ausbildung – die Zulassung zur Gründung eines „Ateliers für künstlerische Fotografie“ beantragt. Der an schlie ßende professionelle Werdegang ist von erstaunlicher Stringenz. Noch im gleichen Jahr verfasst Steinert einen Vorschlag zur Einrichtung einer fotografischen Abteilung in der Staatlichen Saarländischen Schule für Kunst und Handwerk zu Saarbrücken. Hier nimmt er ein Jahr später seine Lehrtätigkeit auf. 1949 gehört er zu den Begründern der Gruppe fotoform, deren sechs Mitglieder sich explizit unter der Absage an zweckgebundenes Fotografieren zusammengefunden hatten. Man strebte „nach einer formal gestalteten Fotografie, unter bewusster Auswertung aller rein fotografischen technischen Gegebenheiten“. 1950 präsentierte die Gruppe ihre Werke der Öffentlichkeit, ein bahnbrechender Auftritt, den ein Kritiker als „Atombombe im Misthaufen der übrigen deutschen Fotografie“ beschrieb. 1951 folgte die nicht minder beachtete Schau „subjektive fotografie“. Steinert setzte seine Karriere fort…

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