Ausstellungen: Wuppertal · von Claudia Posca · S. 367
Ausstellungen: Wuppertal , 2000

Claudia Posca

Dieter Krieg

»In der Leere ist nichts«

Von der Heydt-Museum, Wuppertal, 31.10. – 12.12.1999

Dass Ausstellungen mit summarischem Überblickspanorama den Vorteil haben, besonders deutlich künstlerische Werkentwicklung hervortreten zu lassen, ist keine Frage. Zumindest solange nicht zuviel des Guten gezeigt wird, was eher flüchtigen Blick denn konzentrierte Wahrnehmung provoziert.

Kleinere Präsentationen haben es da vornherein leichter. Unter dem Motto „weniger ist mehr“ bieten sie die Scharfstellung auf nur einige Werke, konzentrieren das Auge präzise auf Besonderheiten und Details. Trotzdem sind sie selten im Ausstellungsmarathon zeitgenössischer Kunst- und Kulturpolitik. Lieber feiert man aufwendige Events – mit allen Vorteilen, aber eben auch mit allen Nachteilen. Vor allem die in Ruhe flanierende Wahrnehmung mit Hingabe an das zu Sehende bleibt auf der Strecke, was nicht heißt, dass die Großausstellung nicht faszinieren könnte. Schließlich hat das Aufwendige immer schon Wellen geschlagen, im Alltag wie in der Kunst, wo eine überwältigende Bilderflut nicht zu stoppen ist.

Beim Blick auf das nächste Motiv jedoch scheiden sich die Geister: Für den Betrachter ist die Bildwahrnehmung inzwischen zur Angelegenheit nahezu allzeit verfügbaren Abrufs geworden; für den am Ursprung stehenden Künstler sieht das ganz anders aus. Eher das genaue Gegenteil ist hier der Fall. Wenig nur hat Kunstproduktion mit aktuellem „Zappen“ zu tun, selbst wenn sich längst – und über TV- und PC-Mattscheiben hinaus – der Blick auf Kunst verändert hat.

Umso auffälliger sind Ausstellungen, wie jene des Dieter Krieg im Wuppertaler Von der Heydt-Museum – zuvor in der Galerie der Stadt Stuttgart und der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden zu sehen gewesen. Mit nur sechs Bildern…

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