Titel: Talk show der documenta 6 , 1977

Karl Ruhrberg

Die Mitarbeit an der documenta nie verweigert

[Anruf in die Berge. Ruhrberg hatte sich zu einer längeren Kur zurückziehen müssen, da alle diesem dynamischen Pferd noch und noch mehr Lasten zutrauen.]

Sag mal was.

Sprech ich gleich etwas an, damit es Dich nicht Hunderte kostet, was zum Gespräch nachher gehört. Ich habe nämlich erst in diesen Tagen, ganz kurz nach Deinem Anruf, diesen… diesen Jauchekübel von dem Bechtloff zugeschickt gekriegt [er war in der vorigen Nummer des Kunstforum angegriffen worden.]. Ich meine, so wie es da ist, kann ich es ja fast nicht machen, um mich nicht mißzuverstehen, ich bin weit davon entfernt, mich darüber besonders aufzuregen, das kann mich wirklich nicht kratzen, das ist also, das ist zu mies, aber ich frage mich, ob ich mich nicht selber prostituiere, wenn ich jetzt in dieser Zeitschrift da ein Interview mit mir erscheinen lasse, nich, eine Zeitschrift, die mich der Korruption, der Manipulation, der Selbstdarstellung beschuldigt und überdies bei meinem Arbeitgeber meine sofortige Entlassung fordert…

Das kommt. Aber Du mußt möglichst deutlich an der Muschel sprechen.

Wie ist es jetzt? Jetzt rede ich also sehr laut.

Ja! So sollte es auch bleiben.

Ich überlege mir jetzt Folgendes, da mußt Du…

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