Titel: Talk show der documenta 6 , 1977

Jean Leering

Die Medien sind eine Ausflucht

Ist die Wahl zu Deiner Zufriedenheit ausgegangen? [Wahlabend in Amsterdam unter dem Eindruck der Geiselnahme von 105 Schulkindern.]

He, es ist kompliziert, es ist so, die Arbeiterpartei hat ziemlich große Gewinne gemacht – aber auch die christliche.

Du, ich laß das mal eben zurückspulen, um zu sehen, ob das kommt. Hast Du meinen Brief bekommen?

Ja, danke bestens.

Und was macht das für einen Eindruck auf Dich, die Presseverlautbarung und die Künstlerliste?

Ja, das könnte schon Gesicht haben. Andererseits habe ich doch eine Sache vielleicht zu fragen [seht verzerrt, mit vielen Störungen. Sprechweise: beharrlich, unbeirrbar, mit mehreren Anläufen (Fremdsprache), Zusammenhänge aus wenigen, zentralen Begriffen ausbauend – darin spiegelt sich vielleicht der gelernte Architekt.]. Schneckenburger schreibt im Pressebrief, daß er verzichtet auf eine erneute Ausbreitung des vieldiskutierten Medienkonzeptes. Ich halte es für bedeutsam, daß für diese documenta ein Medienkonzept gründlich diskutiert wird. Ich glaube, daß man auch in der Politik in den letzten Jahren gesehen hat, daß viele Linien gemacht worden sind auf Grund der Medien…

Kannst Du etwas lauter sprechen?

Ja. Medien sind gewissermaßen nur Mittel, um einen Inhalt zu vermitteln, nicht? Nun hat man gesehen, daß auch in der Politik die technokratischen Medien, die Mittel, die Hauptsache bestimmen, statt den Inhalt nach vorn zu rücken – daß das nun auch bei diesem Konzept der documenta…

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