Ghana
Na Chainkua Reindorf, Diego Araúja, Afroscope
BLACK STAR – THE MUSEUM AS FREEDOM
Kommissar: Akwasi Agyeman, CEO, Ghana Tourism Authority Ministry of Tourism, Arts And Culture Kuratorin: Nana Oforiatta Ayim Ort: Arsenale
Nach dem erfolgreichen Debut 2019 nimmt der westafrikanische Staat Ghana jetzt zum zweiten Mal an der Biennale Venedig teil. Wieder ist Nana Oforiatta Ayim Kuratorin und wählt diesmal den Titel „Black Star – The Museum as Freedom“. Der ,schwarze Stern‘ bezieht sich auf den Stern in der Flagge Ghanas, der über den panafrikanischen Farben Rot-Gelb / Gold-Grün liegt. Die Form symbolisiere die „afrikanische Emanzipation und Einheit im Kampf gegen Kolonialismus“, erklärte laut wikipdia die Designer der Flagge Theodosia Salome Okoh.
Im Pressetext wird der schwarze Stern als Symbol für die Verbindung mit der afrikanischen Diaspora gedeutet. Beide Erklärungen kreisen um Freiheit, die hier laut Pressetext „across time, technology and borders“ erkundet werde. Im Pavillon ist eine modulare, variable und transportable Museumsstruktur aufgebaut, die mit verstellbaren Stangen Hängeflächen schafft. Das innovative Bambusgerüst stammt von D.K. Osseo-Asare vom Low Design Office, die Büros in Tema (Ghana) und Austin (Texas) haben. Darauf hängen die Bilder der jungen Malerin Na Chainkua Reindorf (1991). Sie zeige „Wiederaneignungen männlicher Konzepte der Mythologie für die weibliche Form“, heißt es im Text. Reindorf bezieht sich auf männlich dominierte Maskeraden und Geheimbünde in Ghana.
Es sind faszinierende Bilder, in denen eine weibliche, schwarze Figur in verschiedenen Szenarien, die jeweils in einer einheitlichen Farbe gehalten sind, auftaucht. In der oberen linken Ecke wacht immer ein Auge über das Ganze, die strenge Komposition erinnert entfernt an Flaggen. In der Mitte des Pavillons hängen Perlenschnüre von der Decke, es ist ihre dreidimensionale Umsetzung der Bilder: von Frauen, die Kontrolle über ihren Körper und ihre Sexualität haben, wie die Künstlerin im Interview erklärt. Es sei eine fiktive Welt von „Mawu Nyonu“, übersetzt „Gottfrauen“, die im Dialog mit den Elementen um sie herumstehen.
Konträr dazu lässt der von Afrofuturismus beeinflusste Afroscope (Nana Opoku; 1991) in „Ashe“ einen Zeichenroboter agieren, um futuristische Räume als Alternative zu veralteten Wissenssystemen zu entwickeln bzw. „to decolonize imagination“, wie er auf seiner Internetseite schreibt – und seine frühen Einflüsse auflistet: „das Yoruba-Konzept von Ashe, die Nguni Bantu-Philosophie von Ubuntu und die Symbologie von Akan Adinkra“. Er sieht seine Kunst „als Portal in ein Multiversum von Realitäten und auch als eine Form des kosmischen Spiels.“
Der brasilianische Künstler Diego Araúja thematisiert den Atlantischen Ozean, der nicht mehr als Grenze, sondern als Geburtsort eines neuen Landes diene, im Sinne einer atlantisch-kreolischen Gesellschaft. Sein Tonarchiv „A Salt Congress“ ist von westafrikanischen Gemeinschaften inspiriert, die aus der weltweiten Diaspora stammen. (SBV)
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