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Titel: 59. Biennale Venedig - Analyse · von Sabine B. Vogel · S. 102 - 105
Titel: 59. Biennale Venedig - Analyse ,

Löwen und Leute

von Sabine B. Vogel

Rauschende Gartenparties in lauen Sommernächten – so kennen wir die Eröffnungswoche der Biennale Venedig. Dieses Jahr ist es anders. Erstmals beginnt die Biennale bereits im April. Kühle Nächte. Regen. Aber das schreckt die Besucher*innen nicht ab. Selbst vor dem Arsenale bilden sich schon in der Früh Warteschlangen bis zur Promenade am Wasser. Abends finden statt Parties pompöse Gala-Dinner in prächtigen Palazzi statt, von der Charity-Veranstaltung des Biennale-Hauptsponsors Dior im Teatro La Fenice (für die Restaurierung des Ca d’Oro Museums) bis zum Auktions-Dinner für die Ukraine in der Scuola Grande Di San Rooco. Kleinere Empfänge behelfen sich mit Schirmen wie die dichtgedrängte Gruppe der Nationalgalerie Berlin am verregneten, leeren Markusplatz, mit Frühstückseinladungen wie die Präsentation der kommenden 16. Lyon Biennale in der Bar des Hotels Metropole oder zum Lunch im Hotel Danieli aus Anlass der Gwangju-Biennale-Spezialausstellung „to where the flowers are blooming“ – bei schönem Wetter hätten wir auf der wunderbaren Terrasse über den Dächern Venedigs gesessen.

Die wichtigsten Veränderungen allerdings finden in der Kunst der Biennale statt. Denn erstmals liegt in der Hauptausstellung ein klarer Fokus auf Künstlerinnen. Und in den Länderpavillons gab es noch nie zuvor derartig viele Schwarze und Indigene, die mit ihrem Wissen über die Natur und ihren drängenden Botschaften über Gemeinschaften die Kunstdiskurse nachhaltig bestimmen. Da ist dann schnell klar, dass Francis Alÿs’ Videos von spielenden Kindern im Belgischen Pavillon zwar als Lieblingspavillon gilt. Die Silbernen und Goldenen Löwen aber bleiben den Neuen vorbehalten: Schon vorab gemeldet, werden erstmals zwei Goldene Löwen…

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