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Titel: 59. Biennale Venedig - Biennale Gespräche · von Heinz-Norbert Jocks · S. 268 - 269
Titel: 59. Biennale Venedig - Biennale Gespräche ,

59. Biennale Venedig: Gespräche
Latifa Echakhch

Der Kurator des Gedächtnisses des Pavillons

Heinz-Norbert Jocks: Nimmst du mich mit auf die Reise durch deine Ausstellung?

Latifa Echakhch: Mein Ziel war es, eine Ausstellung wie ein Konzert zu gestalten. Ich suchte nach einem Weg, mit all den Fragen der Zeitlichkeit, der Dauer und damit umzugehen, wie wir die Musik und den Rhythmus in unserem Körper spüren. Um diese Erfahrung geht es. Wenn du ankommst, sieht du den Pavillon, als bilde er das Ende eines Events. Vor dir eine vollkommen verbrannte Bodenskulptur aus Holz, deren Asche über den ganzen Boden verstreut ist. Gleichzeitig läufst du wie in den Giardini über Kies, und je mehr du dich innerhalb des Pavillons bewegst, desto größer und weniger zerstört erscheint die Skulptur. An allen Fenstern und am Rand des Ganges ist Folie angebracht, die, ein sehr starkes orangefarbenes Licht abwerfend, den Eindruck eines Sonnenuntergangs oder -aufgangs vermittelt. Du erreichst den Hauptraum, der ganz schwarz gehalten und dunkel ist. Du nimmst diese riesige Skulptur vor dir wahr, die, bis auf einen kleinen Teil im Eingangsbereich nicht verbrannt, eine menschliche Figur und ein Gesicht darstellt. Dabei das Gefühl, in einer weiten Landschaft zu sein, in der du dich sehr klein fühlst. Statt eines Konzertes erlebst du eine Lichtshow. Erzeugt nur durch die Lichtprojektion auf der Holzskulptur empfindest du einen harmonischen Rhythmus.

Die Partitur dafür stammt von Alexandre Babel, einem Musiker, Komponisten und Perkussionisten aus Genf, der mit nichts anderem als mit Licht, ganz ohne Instrumente dieses Musikstück erzeugt. Außer Alexandre…


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von Heinz-Norbert Jocks

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