Ausstellungen: Düsseldorf · S. 290
Ausstellungen: Düsseldorf , 1987

Harry Zellweger

Joseph Beuys: Wasserfarben

Aquarelle und aquarellierte Zeichnungen 1936-76
Kunstverein Düsseldorf, 5.9. -16.11.1986
Kunstmuseum Basel, 31.1.-29.3.1987

Aquarelle und aquarellierte Zeichnungen 1936-76
Kunstverein Düsseldorf, 5.9. -16.11.1986
Kunstmuseum Basel, 31.1.-29.3.1987

Als vor einigen Jahren Zeichnungen von Joseph Beuys im Kunstmuseum Luzern gezeigt wurden, waren dies vor allem Arbeiten mit Notat- und Notizcharakter – Dutzende sensibel bezeichneter, aber relativ uniformer Blätter, auf denen der Künstler stichworthaltig-spontan seine oft im Gespräch mit Besuchern, Freunden, Bekannten oder in Aktionen vor Publikum zu vielfältigen sozialen, politischen, ökonomischen und philosophischen Problemen entwickelten Gedanken festgehalten hatte. Daneben war eine Gruppe ebenfalls ziemlich spröder, aber deshalb nicht weniger eindringlicher Arbeiten zu sehen, in denen Beuys meist vorgefundene Texte mit der in ihrem Charakter deutlich „anti-nazistischen“ Braunkreuz-Farbe übermalt hatte. Wer sich aufgrund dieser Ausstellung ein Bild vom Zeichner Beuys gemacht hat, hat sich sicher kein falsches Bild gemacht. Dennoch muß er, konfrontiert nun mit älteren Arbeiten – aus der Zeit von 1936-1976 (mit dem Hauptgewicht auf dem Schaffen der späten vierziger und der fünfziger Jahre) – dieses Bild gründlich revidieren. Der große Transformator, der unermüdliche Beunruhiger und gesellschaftskritische Utopist als der Beuys – sehr spät erst, mit über fünfzig – in den siebziger Jahren bekannt wurde, ist in diesen frühen Arbeiten zwar noch schwer auszumachen. Gleichwohl bereiten sie, unkonventionell in Form und Thematik, auf das provokative spätere Werk des Erfinders der sozialen Plastik vor, der Kunst und Leben gleichsetzen wollte, und in einem vielfach falsch verstandenen Dictum behauptete, jeder Mensch sei ein Künstler. Denn das Weltbild, das Beuys unter wirkungsvoller Zuhilfenahme der Medien von 1963 an in…

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