Gespräche mit Galeristen · von Amine Haase · S. 464
Gespräche mit Galeristen , 1993

Paul Maenz – ein bißchen Hans im Glück

Ein Gespräch von Amine Haase in Köln am 9. Juli 1993

Paul Maenz, fast zwanzig Jahre lang bis 1990 Galerist in Köln, wird im August nach Berlin umziehen. Seine berühmten Galerieräume in der Bismarckstraße 50 hatte bereits vor drei Jahren Galerist Frieder Keim übernommen. Auch er gibt die Adresse auf, und ein typographisches Unternehmen siedelt sich dort an. Kunsthändler und -sammler Maenz gibt 147 Bilder plus 170 Zeichnungen an die „Kunstsammlungen zu Weimar“, und sein langjähriger Partner Gert de Vries überläßt dem thüringischen Institut seine Kunstbibliothek (das Maenz-Archiv ging schon vor einigen Jahren nach Malibu, an das Getty-Museum). Den Repräsentationssaal des bekannten Weimarer Hotels „Elephant“ soll der viele Jahre lang von Maenz geförderte Künstler Georg Dokoupil ausmalen. Neue Wege gen Osten?

*

A. H.: Paul Maenz, was zieht Sie ostwärts?

P. M.: Diese Ostgeschichte hat einen lustigen Hintergrund. Als ich nach dem Ende meiner Galeriezeit gefragt wurde, was ich machen würde, habe ich gesagt: „Ich weiß nicht, entweder Großwildjagd in Afrika oder einen Verlag in Leipzig.“ Komischerweise hat sich festgesetzt, der Maenz geht nach Leipzig. Das scheint also irgendwie zu mir zu passen.Für Weimar handelt sich um eine Kombination aus Schenkung, Stiftung und Leihgaben. Dazu gehört unbedingt ein Apparat, mit dem man vor Ort arbeiten kann, denn dort gibt es nicht einmal eine westliche Kunstzeitschrift. So hat sich Gert de Vries entschlossen, seine etlichen tausend Kataloge zu stiften.Meine Affinität zu Ostdeutschland ist, denke ich, ganz verständlich. Wir hatten das ungeheure Glück, hier in Westdeutschland mit unserer Arbeit…

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