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Titel: Biennalen der Welt · von Ines Anselmi · S. 342 - 345
Titel: Biennalen der Welt , 1993

Llilian Llanes
»Sprungbrett« für die Kunst des Südens

Gespräch mit der Direktorin der Biennale von Havanna
von Ines Anselmi

Die Biennale von Havanna, 1984 erstmals durchgeführt, hat für die bildende Kunst der Gegenwart aus Ländern des Südens eine wichtige Bresche geschlagen. In Havanna sind schon Hunderte von Künstlerinnen und Künstlern gezeigt worden, die sonst vielleicht nie eine Gelegenheit erhalten hätten, sich vor einem internationalen Publikum zu präsentieren. Einige von ihnen wurden dort von Ausstellungsmachern des Nordens „entdeckt“ und darauf zum ersten Mal auch in Europa gezeigt. Aber auch in den USA, in Japan und Australien wächst das Interesse an zeitgenössischer Kunst aus Asien, Afrika und Lateinamerika.

An der letzten, der 4. Biennale von Havanna (1991) beteiligten sich rund 250 Künstlerinnen und Künstler aus etwa 50 Ländern. Es fanden in über 20 Museen und Galerien in Havanna Einzel- und Gruppenausstellungen statt, mit Werken aus den Sparten Malerei, Skulptur, Fotografie, Keramik. Verschiedene Sonderschauen waren der Fotografie und der lateinamerikanischen Architektur gewidmet. Auch Workshops und spannende Podiumsgespräche standen auf dem Programm.

*

Ines Anselmi: Wer organisiert die Biennale von Havanna, und wie ist überhaupt die Idee dazu entstanden?

Llilian Llanes: Nach dem Tod des renommierten kubanischen Künstlers Wifredo Lam 1982 beschloss man in Kuba, als Hommage an den grossen Maler ein Institut mit seinem Namen zu gründen: das Centro Wifredo Lam. Dieses Institut sollte einerseits die junge kubanische Kunst fördern und sich andererseits der modernen bildenden Kunst aus Asien, Afrika, Lateinamerika insgesamt annehmen und deren Stellenwert innerhalb der universalen Kultur verdeutlichen. So entstand die Idee, eine Biennale für Gegenwartskunst…


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